Havanna investiert in Kinderkrippen

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Mit der Neueröffnung und Sanierung von Kinderkrippen will Kuba die Bedingungen für junge Mütter verbessern (Quelle: Cubadebate)

Kubas Gesellschaft wird immer älter. Aus diesem Grund will die Regierung in den kommenden Jahren Maßnahmen ergreifen, um dem demographischen Wandel entgegen zu wirken. Hierzu gehört auch der Neubau sowie die Sanierung von Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder. Im vergangenen Jahr konnten allein in Havanna elf geschlossene Kindertagesstätten ihre Tore wieder öffnen.

Nach Angaben des letzten Zensus aus dem Jahr 2012 sind 18,3 Prozent der Kubaner heute über 60 Jahre alt, im Jahr 2030 werden es gut 30 Prozent sein. In den letzten Jahren hat sich die Geburtenrate auf 1,5 Kinder pro Frau reduziert – bei einer Lebenserwartung von gut 79 Jahren und konstanter Emigration. Kuba steht damit vor ähnlichen demographischen Herausforderungen, wie man sie sonst eigentlich nur aus reichen Industrienationen kennt.

Derzeit versucht die Regierung deshalb ein umfassendes Konzept zur Bewältigung des demographischen Wandels zu entwickeln. Dieses umfasst ein Bündel von Maßnahmen, die an verschiedenen Stellen ansetzen. So wurden beispielsweise im letzten Jahr zahlreiche Altenheime und Betreuungseinrichtungen für Alzheimer-Erkrankte saniert. Aber auch mit der Wiederherstellung ehemals geschlossener Kindertagesstätten wurde bereits begonnen.

In diesem Jahr wird das Programm an Fahrt aufnehmen, allein in Havanna sollen 18 Kinderkrippen die im Laufe der Sonderperiode geschlossen wurden, neu eröffnet werden. Zusätzlich werden 198 der 423 Krippen in der Hauptstadt saniert, dadurch sollen 1.300 neue Plätze entstehen. Landesweit gibt es in Kuba etwa 1.000 solcher Einrichtungen – mit steigendem Bedarf. Auch in Kuba leiden junge Mütter oftmals unter der Doppelbelastung von Familie und Beruf, weshalb die staatlichen Betreuungseinrichtungen einen wichtigen Teil des Bildungsnetzes darstellen. Seit 2008 hat sich die Anzahl der betreuten Kinder von 130.000 auf 140.000 erhöht.

Um die Lage der jungen Müttern auf dem Land zu verbessern, sollen weitere Kindertagestätten in entlegenen Gebieten errichtet werden, die bisher noch nicht über solche Einrichtungen verfügen. Zudem plant das Gesundheitsministerium die Betreung von Schwangeren weiter auszubauen um die Müttersterblichkeit zu senken. Arbeitende Frauen mit mehreren Kindern sollen bei der Vergabe von Krippenplätzen bewusst bevorzugt werden. Leitbild der demographischen Politik des Landes ist eine Familie mit mindestens zwei Kindern.

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