USA bauen Restriktionen gegen Kuba ab

Die Lockerungen sollen nach dem Willen der US-Regierung „längst überfällige Wirtschaftsreformen“ in Kuba stimulieren (Quelle: desdelahabana)

Washington. Die US-Regierung hat ab heute zahlreiche Restriktionen gelockert, die in den komplexen Blockade-Regularien der USA gegen Kuba enthalten sind. Die neuen Vorschriften, die kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus in Kuba bekannt gegeben wurden und ab dem 21. September gelten, dienen allesamt einer Lockerung der Beschränkungen für US-amerikanische Unternehmen, Geschäfte in und mit Kuba zu betreiben. Viele davon bedürfen einer Lizenzierung durch die US-Exportkontrollbehörde (OFAC).

Betroffen sind vor allem die Wirtschaftsbereiche Reisen, Telekommunikation, internetbasierte Dienste, Geschäftsbetrieb und Banken. Darüber hinaus wurden die restriktiven Begrenzungen von Geldmengen aufgehoben, die zum Beispiel die Überweisungen von Familienangehörigen nach Kuba betreffen. Außerdem zeichnen sich durch vereinfachte Lizenzierung von Reise- beziehungsweise Transportunternehmen weitere Erleichterungen bei Reisen und Transporten nach Kuba ab, die bisher von US-Seite sehr eingeschränkt werden.

Eines der maßgeblich beteiligten US-Ministerien erläuterte dazu: „Eine intensivere, offene US-Kuba-Beziehung hat das Potenzial, die wirtschaftlichen Möglichkeiten für Amerikaner und Kubaner gleichermaßen zu verbessern.“ Weiter führte US-Finanzminister Jacob Lew aus, dass die weitere Lockerung der Sanktionen „den USA dabei helfen soll, das kubanische Volk in seinem Bemühen zu unterstützen, die politische und wirtschaftliche Freiheit zu erlangen, die notwendig ist, um ein demokratisches, prosperierendes und stabiles Kuba aufzubauen.“

In der Meldung der Nachrichtenagentur Reuters werden US-Ministerialbeamte mit den Worten zitiert, dass die aktuellen Änderungen auf den Ausbau der Geschäftsmöglichkeiten gerichtet sind, aber auch versuchen, sogenannte People-to-People Kontakte zwischen Amerikanern und Kubanern zu steigern. Der US-Handelsminister Penny Pritzker bestätigte die Funktion der jüngsten Maßnahmen, Kubas Entwicklungskurs zu beeinflussen: die in Gang gesetzten ökonomischen Erleichterungen hätten „das Potenzial, längst überfällige Wirtschaftsreformen im ganzen Land zu stimulieren.“

Zu den neuen Optionen für Akteure aus den USA gehört auch die Erlaubnis, internetbasierte Kurse anzubieten „um die Bildungschancen in Kuba zu erhöhen“. Inwiefern solche Vorhaben auch auf Resonanz der kubanischen Regierung und Bevölkerung stoßen, ist noch offen.

Zugleich wurde durch die Zeitschrift U.S News and World Report bekannt, dass die US-Marine einen Auftragnehmer sucht, um eine neue Schule für die Militärangehörigen und Zivilangestellten in der Militärbasis im kubanischen Guantánamo Bay zu bauen. Der Abzug der US-Truppen und die Rückgabe des in Guantánamo besetzten Territoriums sind für Kuba eine der Bedingungen für eine dauerhafte Normalisierung der Beziehungen zu den USA.

von Edgar Göll / Amerika21

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