KP Kubas vereinbart Zusammenarbeit mit „Einiges Russland“

Die Kommunistische Partei Kubas hat ein Kooperationsabkommen mit der russischen Regierungspartei „Einiges Russland“ unterzeichnet (Quelle: Radio Taíno)

Moskau/Havanna. Diplomatenkreisen zufolge hat die regierende Kommunistische Partei Kubas (PCC) ein Kooperationsabkommen mit der russischen Regierungspartei „Einiges Russland“ unterzeichnet. Dies meldete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Die Zusammenarbeit beider Parteien soll sich zunächst vor allem auf die Kaderschulung und die Jugendarbeit konzentrieren.

Das Abkommen, das vom kubanischen Botschafter in Moskau, Emilio Lozada García, und dem Sekretär für internationale Beziehungen der Russischen Föderation, Sergei Zheleznyak, unterzeichnet wurde, sieht darüber hinaus auch eine Zusammenarbeit bei Frauenverbänden, Bildungsorganisationen und in anderen Bereichen gemeinsamen Interesses vor.

Die 2001 gegründete Partei „Einiges Russland“ ist die mitgliederstärkste Partei des Landes und verfügt über eine absolute Mehrheit im Parlament. Ihr Vorsitzender ist der ehemalige russische Präsident und aktuelle Ministerpräsident Dimitri Medwedew.

Während einige Leser des Internetportals cubadebate.cu die Nachricht positiv aufnahmen und die Vereinbarung als für beide Seiten nützlich und sinnvoll begrüßten, gab es auch kritische Kommentare. „Ich verstehe nicht: Eine kapitalistische Partei wird uns dabei helfen, Kader und Jugendliche auszubilden?“, fragt ein Leser, während ein weiterer darauf verweist, dass es um eine Vereinbarung zwischen Regierungsparteien zweier Länder mit unterschiedlicher ideologischer Orientierung gehe. Die russische Partei vertrete weder kommunistische noch sozialistische Interessen sondern nationale, was sowohl für Rechte wie für Linke zutreffen könne, gibt ein Anderer zu bedenken. Zugleich betont er die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

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9 Gedanken zu „KP Kubas vereinbart Zusammenarbeit mit „Einiges Russland“

  1. Nachdem die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern intensiviert wurde, ist das leider fast folgerichtig. Wobei ich mich frage, was in dem Zusammenhang „Kaderschulung“ bedeuten soll. Schult Russland die Kubaner zu besseren Nationalisten oder Kuba die Russen wieder zu „guten Kommunisten“? Der Hinweis eines Lesers auf die „kapitalistische Partei“ poppte bei mir auch auf und ist im Prinzip auch richtig, von deren ideologischem Standpunkt betrachtet. Ich sehe aber auch die Chance, dass sich quasi „von hinten durch die Brust ins Auge“ ein klein wenig mehr Freiheit einschleicht, wenngleich das vermutlich nur aus Sicht der kubanischen Gesellschaft so empfunden wird. Mir wäre eine stärkere Orientierung weg von Maduro, in Richtung der progressiven fortschrittlicheren Länder Lateinamerikas oder sogar Europa (Spanien) lieber. ;)
    Da treffen sich zwar nicht unbedingt Pest und Cholera, aber Masern und Röteln fallen mir dazu schon ein. Ich bin kein Freund der Russen und deren Einfluss auf Kuba geht mir schon mit der Reaktivierung der Spionagestation in Lourdes auf den Keks. Aber anders betrachtet, ist das kurz gedacht für Kuba überlebenswichtig, denn Russland streicht im Gegenzug 90 % der 32 Milliarden Schulden. Hier rächt sich halt auch die amerikanische Politik der letzten Jahrzehnte: die Zuwendung zu Russland und China war/st aus wirtschaftlicher Sicht nahezu alternativlos.
    Ich hoffe darauf, dass die karibische Mentalität dafür sorgt, dass der Einfluss der Russen auf die Gesellschaft Kubas gering bleibt. Nichts könnte sich so diametral entgegen stehen, als diese beiden Kulturen.

  2. Der Russenhass ist in Deutschland Standard, denn am deutschen Wesen soll die Welt genesen, von Moskau bis Peking. Für mich sind alle Menschen gleich, ganz egal, ob sie sich als Russen, Chinesen, Amerikaner oder Ostdeutsche fühlen. Deshalb habe ich auch nichts gegen die Russen. Allerdings bin ich keine Freundin des russischen oder chinesischen Kapitalismus. Ob die Zusammenarbeit zwischen einer progressiven, antiimperialistischen Partei wie der PCC und der nationalistischen russischen Regierungspartei für Kuba geistigen Nährwert hat, waage ich zu bezweifeln. Vielleicht aber können die russischen Nationalisten etwas von den kubanischen Internationalisten lernen, ganz im Sinne der Völkerberständigung.

    • Keine Ahnung, wie man auf „Russenhass“ kommt, wenn man Kritik oder Ablehnung des politischen Einfluss Russlands und dessen Politik im Allgemeinen anspricht. Kann man natürlich immer einbringen, wenn man das Wort Russen liest, der Kontext dieser Diskussion macht aber auf, dass es eben im Wesentlichen um die politische Dimension dieses Einflusses geht. Und, dass sich die Mentalitäten beider Kulturen diametral entgegen stehen, ist weder ein Geheimnis, noch wertend von mir gemeint. Schön Castro fremdelte mit dem späteren ideologischen Partner. Hier geht es um kulturelle Kompatibilität.

      • Haben Sie nicht geschrieben, dass Sie kein Freund der Russen sind. Das ist rassistisch. Richtig muß es heißen, ich bin kein Freund der russischen Regierung und deren Politik. Es soll auch Russen geben, die ihre Oligarchen nich mögen

      • Ja, das ist missverständlich und unpräzise ausgedrückt gewesen. Es sie so gemeint, wie sie schreiben! Ob es aber rassistisch wäre, zu sagen, dass jemandem eine Mentalität nicht liegt, stelle ich in Frage.

  3. Jetzt muß ich Ihnen zustimmen, Metalitäten muß man nicht mögen. Wenn man unter russischer Mentalität Trunksucht (Jelzin stand da Stalin in nichts nach, letzterer vertrug allerdings mehr) und die „heimliche Herrschaft“ von uns Frauen versteht, entdecke ich Gemeinsamkeiten mit Kuba. Auch auf Kuba gibt es viele selbstbewußte Frauen, die großen Einfluß in der Politik haben. Ich denke da an Ráuls Tochter, die das Institut für Sexualaufklärung leitet. Sowas würde ich mir auch in Putins Russland wünschen.

    • Vielleicht liegt da ja das Potenzial für einen positiven kulturellen Austausch! Gerade die Anerkennung der LGBT Community durch den Staat und sogar die medizinische Unterstützung von Transgendern ist ein Resultat von Rául Castros Tochter! Statistisch betrachtet gibt es wahrscheinlich auf Kuba auch deutlich weniger Gewalt gegen Frauen, verglichen mit Russland.

      • Gut dass es auf Kuba eine klare Trennung von Kirche und Staat gibt, wie im katholischen, laizistischen Frankreich. Das ist in Russland ja anders, da gibt es wieder eine Staatskirche, die den Staatschef mit Weihrauch einräuchert. Auf Kuba ist die Kirche ja mittlerweile frei und die meisten KubanerInnen sind katholisch, aber in Sachen Sexualmoral hört die Kubanerin nicht auf Franziskus.

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