Kuba schafft den CUC ab, lange Schlangen vor Banken (April, April)

Schlange vor einer Bankfiliale in Havanna (Quelle: Telesur)

In einem überraschenden Schritt hat Kubas Regierung am gestrigen Freitag die Abschaffung der Doppelwährung bekannt gegeben. Der Konvertible Peso (CUC) verlor ab Mitternacht seine Gültigkeit als Zahlungsmittel. Vorerst dürfen jedoch maximal 100 CUC in den Peso Cubano umgetauscht werden, heißt es in einer jüngsten Presseerklärung der Zentralbank. Vor den Bankfilialen bildeten sich indes lange Schlagen, obwohl der Wechselkurs bisher äußerst ungünstig ausfällt.

Ankauf: 15 statt 24 zu eins

„Wir wussten, dass der Tag irgendwann kommen wird, aber damit hat keiner gerechnet!“, sagt Jesús Rodríguez, der mit einer Flasche Eiswasser in der Hand vor einer CADECA-Filiale in Havannas geschäftigem Stadtteil Vedado steht. Wie hunderttausende seiner Landsleute kampierte er bereits die ganze Nacht vor einer Wechselstube, neben den Bankfilialen der einzige Ort, an denen man seine CUC noch in die neuen Pesos, die eigentlich die alten sind, umtauschen kann. „Es ist, als käme hier gleich das neue iPhone raus“, kommentiert eine ältere Dame die mit ihren Enkeln gekommen ist.

„Se compra 1 por 15“ – „Ankauf eins zu 15“ prangt an einem unübersehbaren Pappschild in fett umrandeter Schrift vor der CADECA-Wechselstube gegenüber der großen Eisdiele „Coppelia“ in Havanna. Für einen CUC erhält man jetzt 15 kubanische Pesos, neun weniger als noch am Tag zuvor, an dem man noch mit beiden Währungen bezahlen konnte. Der Wechselkurs des Peso bleibt mit 24:1 zum US-Dollar jedoch konstant, weshalb jeder Umtausch etwa 40 Prozent Verlust bedeutet. Immerhin ist der Umtausch erstmal unbefristet, wie das Parteiorgan „Granma“ am Samstag verkündete.

„Mit diesem Schritt wird Kuba endgültig zu einer Währung zurückkehren“, heißt es in dem Statement der Zentralbank. Und weiter: „Der bestehende Umtauschkurs, der sich planmäßig verbessern wird und der nur jene Teile der Bevölkerung mit CUC-Ersparnissen betrifft, ergibt sich aus dem Bestreben der Zentralbank, das makroökonomische Gleichgewicht zu wahren, Inflationsspiralen zuvorzukommen, die internationale Glaubwürdigkeit der kubanischen Finanzinstitutionen zu stärken, sowie den kubanischen Peso mit Blick auf das Jahr 2030 als internationale Devisenwährung etablieren zu können.“

Kubaner mit größeren Ersparnissen dürften nun ohnehin erstmal im Regen stehen. Ein Vertreter der Zentralbank erklärte in einer Sondersendung der Abendnachrichten zu der 100-CUC-Obergrenze: „Wir arbeiten an der Etablierung größerer Umtauschkontingente, allerdings sind die Produktionskapazitäten bezüglich des Drucks neuer Geldscheine aufgrund der extrem komplizierten und nur sehr langsam reproduzierbaren Sicherheitsmerkmale der Peso-Banknoten, die höchsten nationalen und internationalen Standards in Bezug auf die Fälschungssicherheit entsprechen und diese teilweise sogar übertreffen, derzeit nicht gegeben.“

Der CUC als Souvenir

Für Jesús und viele andere bedeutet „Tag X“, der lange angekündigte Stichtag der Währungsreform, zunächst einmal Frust. „Weder komme ich in die Bank, noch akzeptiert irgendjemand meine CUCs. Außer einige Touristen, die wollen das jetzt als Souvenir mit nach Hause nehmen und bieten bessere Kurse als die offiziellen“, sagt Jesús, der wie auffallend viele seiner Landsleute von Beruf Taxifahrer ist, während er sich inmitten der Wartenden eine Zigarette anzündet.

Schon jetzt bei Sammlern begehrt: Der 10-CUC-Schein (Quelle: delcampe)

In der Tat ist bereits binnen weniger Stunden ein neuer Markt entstanden, Touristen fühlen sich magisch angezogen von den gelben Scheinen, die wichtige Etappen der kubanischen Geschichte abbilden. Für bis zu 15 € wird derzeit eine 10 CUC-Note auf der „Plaza de Armas“, einem zentralen Touristenhotspot der Altstadt, gehandelt. „Wenn die hier jetzt das gesamte Geld austauschen, will ich mir wenigstens noch ein paar Scheine als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Da legt man schon mal mehr hin“, sagt der Pensionär und Hobby-Münzsammler Werner Paschulke aus Gelsenkirchen, einer von über 100.000 deutschen Touristen, die jedes Jahr auf die Insel strömen. Kubaner können ausländische Devisen weiterhin zum alten Kurs umtauschen.

Probleme in der Provinz

Doch auch fernab der Hauptstadt Havanna läuft nicht alles wie geplant. In der Provinz Pinar del Río ist die Konfusion groß, da die Geldautomaten und Zählsysteme der örtlichen Banken komplett versagen. „Wir bekommen keinen Centavo raus, nichts geht mehr. Wir haben heute geschlossen“, erklärt die gestresste Filialleiterin den wartenden Kunden, doch nur langsam löst sich die Schlange wieder auf. Noch immer laute Diskussion im Saal. Erst als eine Angestellte damit droht die Klimaanlage auszuschalten, bewegt sich die Menge langsam nach draußen. Die Währungsreform wird hier offenbar noch vertagt.

Grund für den Ausfall der Technik war offenbar eine Fehlinvestition der Provinzbanken, wie der lokale Sender „Radio Guamá“ berichtet. Erst letztes Jahr wurde die komplette technische Infrastruktur mit chinesischer Hilfe auf Vordermann gebracht, über 200 neue Geldautomaten installiert. „Als sie bei der Bestellung gefragt haben wegen der Umrüstoption zurück auf Ein-Währungs-Betrieb waren wir verwirrt und haben natürlich erstmal nein gesagt. Wir konnten ja nicht ahnen, dass unser Peso so schnell zur einzigen Devisenwährung aufsteigen würde“, rechtfertigt sich der sichtlich erschütterte Geschäftsführer der CADECA-Filiale in der Provinzhauptstadt Pinar del Río.

International wurde die kubanische Währungsreform positiv aufgenommen. Venezuelas Staatschef Niclás Maduro nannte die Maßnahme einen „wichtigen Schritt für Kuba.“ Zuvor hatte das befreundete Land die Entsendung eines Ökonomenteams als Hilfe bei der Umsetzung der Reform angeboten, was Havanna jedoch ablehnte. Zustimmung kam auch aus Nordkorea. In einer ersten Analyse des Parteiorgans „Rodong Sinmun“ kam man zu dem Urteil, die Reform sei bisher „erstaunlich unblutig“ verlaufen. Anders jedoch die Tonlage in den USA. „Sollten die Kubaner jetzt mit den Mexikanern und deren #peso gemeinsame Sache gegen den Dollar machen, wird unsere riesige Mauer auch an ihrer Grenze entlang verlaufen!!“ twitterte US-Präsident Trump in den frühen Morgenstunden. 

Die Abschaffung der Doppelwährung und die Rückkehr zum kubanischen Peso (CUP) wurde von Kubas Regierung bereits im Jahr 2013 für „die nächsten Jahre“ angekündigt. Seitdem wurde noch bis letztes Jahr immer wieder der Dezember 2016 als möglicher Zeitpunkt für den Stichtag der Währungsreform genannt. Die Wahl des jetzigen Datums kam für viele daher völlig überraschend, zumal es keinerlei konkrete Vorankündigungen gab.

Update vom 2. April: Es handelt sich bei dem folgenden Beitrag um einen Aprilscherz ;-)

Advertisements

49 Gedanken zu „Kuba schafft den CUC ab, lange Schlangen vor Banken (April, April)

  1. Grotesk war schon die Existenz der beiden Währungssysteme. Wie auch schon die DDR, hat Kuba so den Geldfluss und die Bewertung des Wertes kontrollieren können. Nun wird mit einem Schlag der CUC abgewertet, indem genauso willkürlich ein Umtauschkurs festgeschrieben wird, wie er das schon immer wurde. Die Aufwertung des Peso Nacional geht also zu Lasten der CUC-Sparer, die genau genommen gerade zu 40% enteignet wurden. Was passiert eigentlich mit den Waren in den CUC-Geschäften? Wird nun eine Ware, die vorher 1 CUC gekostet hat nun für 24 oder für 15 Peso verkauft werden?
    Der willkürlich gesetzte Ankaufkurs ist im höchsten Maße unfair gegenüber den eigenen Bürgern und zeugt davon, dass der Staat den Wert des CUCs eigentlich schon immer und wahrscheinlich bewusst überbewertet hat, wenn man so will. Nachdem der Staat selbst bzw. dessen Firmen Waren und Leistungen teilweise ausschließlich in CUC anbot und auspries (z.B. ETECSA Mobilfunk, Devisenshops, Importwaren) und die Bewertung des Umtauschkurses der beiden Nationalwährungen letztlich alleinig in seiner Hand liegt, ist diese Maßnahme der Abwertung genau genommen als Diebstahl zu bezeichnen. Mit einem Schlag sind hart erarbeitete Vorsorgepuffer heute 40% weniger wert. Wenn man bedenkt, dass CUC für fast alle notwendigen Importwaren, teilweise sogar für Baumaterialien und eben leider auch häufig bzw. fast immer für die teilweise unabdingbaren Schwarzmarktgeschäfte notwendig waren, kann man erahnen, dass nicht wenigen Leuten heute 40% heute Nacht gestohlen worden sind.

    Um dem Ganzen – unabhängig vom willkürlich festgesetzten Kurs – noch etwas Gutes abgewinnen zu können, natürlich auch aus eigener Perspektive: eine einheitliche Währung schafft mehr Klarheit in allen Bereichen und gibt den Kubanern vielleicht auch wieder ein besseres Werteempfinden zur Hand. Ich habe jedem Pizzabäcker, der mir eine 10-15 Peso Pizza für einen CUC verkauft hat auch die Marge gegönnt, aber vielleicht kommen endlich die Mondpreise in vielen Paladars irgendwann in der Realität an und werden auch für Kubaner erschwinglicher. Und vielleicht hört das auch mal auf, Mondpreise für Taxifahrten (Flughafen -> Havanna = 30 CUC, zurück geht’s plötzlich auch für 20) und Kleinstdienstleistungen wie Wegeauskünfte aufzurufen (ein Bici-Fahrer in Camagüey hatte die wahnwitzige Vorstellung, für unverlangte Hilfe und 5 Minuten Aufwand 7 CUC zu verlangen zu können). Wenn Touristen und Einheimische im gleichen Währungssystem agieren, werden Leistungen auch vergleichbarer. So bleibt zu hoffen, dass das zu einem fairen Preis-Leistung und Wertegefüge führt. Jeder Tourist, der nach Kuba fliegt, ist sich darüber bewusst, dass er drauf zahlt und das auch soll. Das nimmt man auch in Kauf. Aber das Gefühl zu bekommen, an jeder Ecke abgezockt zu werden, macht keinen Spass und den ohnehin teuren Urlaub zu einem der teuersten Vergnügen, denn Kuba individuell zu bereisen ist im Vergleich mit anderen Ländern ein ziemlich teures Unterfangen.

      • Blöde Reaktion dieser Petra auf den sachlichen Beitrag von Auggie Wren ! Dies schreibt jemand, der seit 8 Jahren in Kuba lebt ! Die Reaktion der Petra erinnert mich an das Verhalten meiner Mitbürger in Deutschland in den sechziger und siebziger Jahren, also in der APO-Zeit. Wenn man da sachlich über DDR und den Sozialismus diskutieren wollte, dann sagten die anderen immer „Geh doch rüber !“. Petra will die Leute auch anderswohin schicken. Hat sie keine anderen Argumente ?

      • Wenn Sie denn nur sachlich argumentieren würden…

        Dass wir hier einer Meinung sein würden, erwarte ich nicht, aber doch wenigstens Sachlichkeit. Ihre Einlassung erübrigt sich dann auch, denn wenn ich das Geld nicht gehabt hätte, wäre ich nicht für 5 Wochen nach Kuba geflogen. Da nun mal organisierte Reisen in Bettenburgen nicht mein Fall sind, habe ich Mehrkosten von vornherein in Kauf genommen. Wenn man aber feststellt, dass man in vielen Ländern der Welt mit einem deutlich höheren Lebensstandard einen Individualurlaub deutlich günstiger machen kann, dann kann man schon auch mal konstatieren, dass Kuba für Individual-Touristen ein ziemlich teures Reiseland ist. Man geht nicht unbedingt automatisch davon aus, dass einem in einem Land, in dem der Durchschnittslohn offiziell bei 30 Dollar liegt, ein überdurchschnittlich hohes Urlaubsbudget verfrüht auszugehen droht. Schauen Sie sich nur mal die grotesken Preise für Mietwagen aus chinesischer Produktion in den Monaten Dezember und Januar an. Bei der Unterbringung und Verpflegung das Gleiche. Ich habe zu keinem Zeitpunkt bereut mein Geld dort ausgegeben zu haben, muss aber weiterhin konstatieren, dass Kuba mit all seinen zu erwartenden und nicht zu erwartenden Nebenkosten einfach ziemlich teuer ist. Und ich werde auch weiterhin Urlaub auf Kuba machen, weil es insbesondere die gesellschaftlichen Besonderheiten sind, die ich spannend und interessant finde.

    • Es ist klassisches deutsches Urlauberverhalten sich erst ein Urlaubsziel auszuwählen und dann sich darüber zu beschweren, dass dort alles zu teuer
      sei und dass man dort nur angelockt wird, etc. Da kann nicht nur sagen in der Marktwirtschaft wird man nicht gezwungen schlechte Angebote anzunehmen. Man kann auch andere lateinafrikanische Länder bereisen, wo man mehr für sein Geld erhält, z.B. Südafrika……dort ist es allerdings nicht so sicher wie auf Kuba……im Kapitalismus hat eben alles seinen Preis und wer diesen Preis nicht bezahlen kann hat eben Pech gehabt.. ..

      • Ich weiß gar nicht, wie sie immer darauf kommen, dass jemand den Preis nicht zahlen „könne“. Ich verstehe auch gar nicht, wie sie darauf kommen, dass man im Urlaubsland alles wortlos in Kauf nehmen muss und warum Asymmetrien nicht rückblickend auch kritisch besprochen werden dürfen? Dabei ist doch der dogmatische Teil der Linken geradezu meisterhaft darin, genau das bei jeder Gelegenheit zu tun, weshalb ich da eher auf „Verständnis“ von ihrer Seite gesetzt hätte. :) Das „DEM DEUTSCHEN URLAUBER“ (und wahrscheinlich den „kapitalistischen“ Deutschen im Allgemeinen) reflexhafte Zurechnen von Eigenschaften, ist leider so eine uralte Attitüde der dogmatischen Linken. Es karikiert gleichzeitig ihr politisches und gesellschaftliches Scheitern auf allen Ebenen durch ihre groben Fehleinschätzungen, Gleichsetzungen und Kategorisierungen in der Gesellschaft.

        Und da Sie es schon so anführen, ja, im Kapitalismus hat alles seinen Preis. So wie generell im Leben, natürlich auch in Kuba, nur mit dem Unterschied, dass eine freie Preisgestaltung und wirklich freier Handel dort nur auf der Straße und auf dem Schwarzmarkt zu finden sind. Und die Preise in Kuba zeigen nun mal ein groteskes Ungleichgewicht auf und stören das sehr wichtige Wertempfinden! Ich kann mich sehr gut erinnern, wozu so etwas führt. Bei uns in der DDR war das auch so, einige Bauern haben früher bei uns in der DDR subventionierte Brote an Schweine verfüttert, weil die so schön billig waren. Auch gegenüber den Leistungen des Staates und dem Volkseigentum wurde nicht die notwendige Wertschätzung entgegen gebracht, weil viele eine direkte Verantwortlichkeit auf Grund fehlender Konsequenzen für das eigenen Leben nicht wahr genommen haben und die wahren Kosten für den Staat durch ein Subventionsdickicht nicht wahrnehmbar waren.
        Es ist leider mit vielen Merkwürdigkeiten zu rechnen, wenn ein schlecht wirtschaftender Monopolist – in diesem Fall der Staat – die Preise diktiert. Vor diesem Hintergrund sind die bisherigen Reformen zwar ein Lichtblick, aber können auch nicht das Ende sein.

      • Also mal konkret: Kuba ist kein Reiseland für Individualtouristen, denn dazu fehlt noch die touristische Infrastruktur. In Vietman ist das schon anders, da ist auch der Kapitalismus schon fortgeschrittener. Dass die Taxifahrer die Preise machen wie es ihnen paßt, ist weltweit so. Man muß eben handeln. Die Paladare sind private Restaurants und diese machen die Preise nach Angebot und Nachfrage. Schließlich gibt es genug Touris, die sich die kubanische Luxusgastronomie leisten können und für diese ist sie auch da. Mit dem gesunden Wertempfinden ist es dasselbe wie mit dem gesunden Volksempfinden, es ist Unsinn. Wenn Sie auf das Marx’sche Wertgesetz abzielen, so besagt das nur, das die durchschnittliche gesellschaftliche Arbeitsleistung den Wert einer Ware gestimmt. Und Wert ist bekanntlich nicht identisch mit dem Preis. Das auf Kuba der Staat als Monopolist agiert, mag sein. In der alten BRD gab es auch mal ein Staatsmonopol für Post und Bahn. Jetzt haben wir stattdessen private Monopole, die Hungerlöhne zahlen und schlechte Leistungen anbieten. Ist Privat nun besser als Staat?

      • Ach Petra,
        niemand jammert darüber, dass Kuba nicht touristisch erschlossen sein würde. Ich vermisse das überhaupt nicht. Die fehlende Struktur macht den Kostenfaktor auch nicht wirklich aus, wenn Leistungen basierend auf einer sinnvollen Kalkulation basieren würden, gäbe es auch ein Anerkenntnis für die Kosten. Mir persönlich ist es wichtiger, dass Geld bei den Kubanern selbst ankommt, damit sie etwas mehr auf ihr eigenes Leben Einfluss nehmen können. Erst wenn die Kubaner selbst auch ein gewisses Einkommen verzeichnen können, kann sich ein funktionierender Binnenmarkt entwickeln, der Schwarzmarkt macht es ja auf unrühmliche Weise vor. Die großartige scharfe Analyse des Kapitals durch Karl Marx ist ihm ungenommen und auch anerkannt. Er ist aber – wie die Castro-Brüder auch – ein Kind seiner Zeit gewesen, die sich nicht mehr 1:1 auf die heutige Zeit anwenden lassen. Ich bin sicher, Marx hätte mit Blick auf die heutige Zeit ein weitaus differenziertes Bild und würde an Stelle des „Kommunistischen Manifestes“ ein anderes Buch schreiben. Er hat ein Buch geschrieben, die dem damaligen Ereignishorizont entsprachen, heute müssen neue Bücher geschrieben werden, denn wir sind um einige Erfahrungen reicher geworden. Man kann das natürlich immer noch wie ein Mantra vor sich her beten, aber schon allein die Lebensrealität auf Kuba, zeigt auf, dass die großen Idealisten mit dem wichtigsten nicht gerechnet haben, nämlich mit den Menschen und ihrer Vielfältigkeit zu agieren und der Gewissheit, dass 40 Jahre Indoktrination nicht dazu führen, dass man den besseren und bewussteren Menschen „heran züchtet“!
        Übrigens haben auch in der sozialistischen Ökonomie die Kostenstellen stimmen müssen, und schon damals galt, dass sich Stückkosten in der Produktion aus Wareneinsatz und Personalkosten nebst Zeitaufwand ergaben.

  2. Ist das ein 1.April-Scherz? Denn außer hier in diesem Blog liest man von keiner kubanischen News-Seite etwas von diesem CUC-Abschaffungsplan. Falls es ein Scherz ist, finde ich es einen ziemlich üblen. Dann hab ich jetzt nämlich gerade umsonst meinen Freund in Kuba deswegen gestresst und mich selber auch…! Denn es wäre für viele Menschen dort tatsächlich eine riesige Katastrophe, wenn man für 1 CUC plötzlich nur noch 15 Pesos erhält! Also… bitte um Aufklärung. Danke.

  3. tut mir leid, aber ich kann diese Meldung nicht bestätigen. Ich habe soeben in Cuba nachgefragt und dort werden weiterhin CUC als Zahlungsmittel akzeptiert. Auch von einem scheinbar geänderten Wechselkurs von CUC zu CUP von 1 : 15 ist nichts bekannt.

  4. Sollte ich einem Aprilscherz aufgesessen sein, so ist dieser grandios gelungen. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Ich hoffe, dass dem so ist und nehme wohlwollend in Kauf, dass ich mit meinem Kommentar so richtig schön in den Fettnapf getreten bin. ;)

  5. Dass Nordkorea die Zusammenführung der beiden Währungen melden soll, ist extrem unwahrscheinlich und neben der eigentlich offensichtlichen Unfairnis des Wechselkurses ein Indiz, dass diese Geschichte für den 1. April konstruiert wurde. Chapeau!

  6. Das ist gar kein lustiger Aprilscherz – einfach geschmacklos! Mit den Problemen des kubanischen Volkes treibt man keine Scherze!

    • Da bin ich ganz deiner Meinung, Matthias. Das Traurige am Ganzen ist ja, dass so etwas Unfaires in Kuba tatsächlich geschehen kann und ich es deswegen anfangs auch geglaubt habe.

    • Dem kann ich nur zustimmen! Die bevorstehende Währungsreform wird für die meisten Cubaner eine ernste und existenzielle Situation sein, die nicht für derlei Scherze taugt. Eine Meldung über einen bevorstehenden Trump-Besuch in Cuba zur Aushandlung von Billigimporten amerikanischer Autos nach Kuba bei gleichzeitiger Rücknahme der alten amerikanischen „Almendrones“ wäre sicherlich witziger gewesen…

  7. „Humor ist meistens eine verfeinerte Form von Aggression und Hass.
    Unsere wilden Vorfahren lachten mit ungehemmtem Vergnügen über Krüppel, Gelähmte, Amputierte, Liliputaner, Missgeburten, Taubstumme, Arme und Verrückte. Jeder war ein möglicher Gegner, dessen Schwächen und Missgeschicke man für sich ausnutzen konnte!“
    Art Spiegelman

    • „Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten. […] Was darf die Satire? Alles.“ – Kurt Tucholsky

  8. Sorry, so sehr ich euere fundierten und seriös recherchierten Beiträge schätze, aber das hier geht ja wohl garnicht!! Habe heute viel Zeit und (Telefon-) Geld verloren bei dem Vesuch, mit meiner Frau in Havanna das vermeintliche Problem eines Umtausches unserer CUC-Ersparnisse zu organisieren. Die ja tatsächlich bevorstehende Währungsreform ist ein ernstes und für viele Cubaner existenzielles Thema, das völlig ungeeignet für derartige Scherze ist! Mein Vertrauen in eure Berichterstattung ist erschüttert… :-(

    • Lieber Papito,

      als Aprilscherz bezeichnet man laut Wikipedia einen alten Brauch „die Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte, meist spektakuläre Geschichten, Erzählungen oder Informationen einen Irrtum zu erregen („hereinlegen“) und so „zum Narren zu halten“.“

      In der Medienwelt hat dieser Brauch bereits eine lange Geschichte. Für unnötige Telefonate aufgrund von Aprilscherzen ausgelösten Verunsicherung gibt es viele Beispiele. Eines der bekanntesten Beispiele : „Die britische Rundfunkanstalt BBC zeigte am 1. April 1957 einen scherzhaften Dokumentarfilm, der den erfundenen Spaghetti-Baum zum Thema hatte. Die Sendung wurde von etwa acht Millionen Zuschauern gesehen, von denen Hunderte anschließend bei der BBC anriefen, um sich zu vergewissern, ob Spaghetti wirklich auf Bäumen wüchsen, und andere sogar erfahren wollten, wie sie diese selbst anbauen könnten.“

      Nun denn, über Humor und Satire lässt sich schwer streiten, das gilt auch für den vorliegenden Artikel. Eigentlich dachte ich, dass spätestens bei dem Abschnitt über die internationalen Reaktionen und den Tweets von Donald Trump klar sein müsste, dass es sich um einen Aprilscherz handelt. Immerhin erschien der Artikel bekanntlich am ersten April. Traditionell empfiehlt es sich bei kuriosen Artikeln dieses Datums, besonders genau hinzusehen und eventuell eine Gegenrecherche anzustellen um zu überprüfen ob andere Medien auch über das Thema berichtet haben.

      Eine kurze Rückfrage über das Kontaktformular per eMail hätte genügt, und ich hätte den Scherz für Sie selbstverständlich aufgelöst.

      • Die Miami-Fraktion hat sich doch ganz schön blamiert hier. Die regen sich über Dinge auf, die gar nicht passiert sind. Sie trauen Kuba Schlechtes zu, das noch gar nicht stattgefunden hat. Oder anders herum, alles Schlechte wird Kuba gerne unterstellt…..gegen soviel Vorurteile ist Kuba machtlos…

      • Liebe Petra, offenbar hast du also von Anfang an den Aprilscherz dirchschaut! Gratuliere. Deine Antwort auf Auggie Wrens Post legt zwar einen anderen Schluss nahe, aber bitte…

        Was die Diskussion um diesen Hoax mit der „Miami-Fraktion“ zu tun haben soll ist mir allerdings schleierhaft. Ich denke, niemand hier stellt ernsthaft die Notwendigkeit und Richtigkeit der von Raúl schon lange angekündigten Währungsreform und einer damit verbundenen Aufwertung des Peso in Frage. Im Gegenteil. Sie ist überfällig und ein essentieller Schritt auf dem Weg einer möglichen Konsolidierung einer reformierten cubanischen Wirtschaft, die wahrscheinlich einmal als Raúl Castros Lebenswerk in der Geschichte Cubas angesehen werden wird.
        Von Vorurteilen kann hier also keine Rede sein, auch Auggie Wrens Beitrag enthält einige richtige und wichtige Fragen, die im Zusammnehang mit der weiteren Entwicklung Kubas eine Rolle spielen (s.o.).Im Gegenteil, Vieles von dem, was er anspricht, wird ja auch von cubanischen Tourismusexperten diskutiert. Auch da wir die Währungsreform sicherlich helfen.

        Was,mich betrifft, muß ich sagen, dass ich auf Marcels Beitrag deswegen hereingefallen bin, weil er erstens ein zu erwartendes Ereignis in einigen wesentlichen Punkten journalistisch glaubhaft darstellt umd zweitens ein Ablauf wie der scherzhaft geschilderte in Cuba durchaus ähnlich ablaufen könnte (einschliesslich der Fehlinvestition in falsche Bankautomaten in Pinar del Rio!).
        Nur zu oft haben wir hier erlebt, wie wichtige Gesetze und Entscheidungen ohne Vorankündigungen wortwörtlich über Nacht in Kraft traten. Dies ist kein Vorurteil, sondern cubanische Realität. Auch Marcel kennt sie gut. Das beweist sein Aprilscherz, der im Kern etwas beschreibt, was durchaus ähnlich ablaufen könnte und selbst jemanden wie mich, der seit 12 Jahren in Cuba (und nicht in Miami) lebt und arbeitet, hinters Licht geführt hat!
        Das hat allerdings auch mit der ansonsten exzellenten und extrem seriösen Recherche dieses Blogs zu tun (siehe z.B. die Recherche über die Taxifahrerstreiks).

        Ich wünsche uns allen hier einen schönen April und eine baldige, hoffentlich frühzeitig angekündigte Währungsreform!
        Saludos!

      • Lieber Marcel,

        im Grundsatz stimme ich dir natürlich vollkommen zu. Wobei man vielleicht einmal die Sinnhaftigkeit und den kulturellen Wert von Aprilscherzen im Zeitalter von Fake News überprüfen müsste….
        Ausserdem ist es ja im Moment leider so, dass sich viele Ereignisse der Weltpolitik, insbesondere in Nordamerika, wie Aprilscherze lesen. Insofern war für meinen Geschmack dein Post etwas zu nah an der Realität und, im Gegensatz zu Spaghettibäumen, von einiger politischer Brisanz. Bei Nordkorea habe ich tatsächlich gestutzt. Bei Trump keinesfalls. Dem ist ja leider alles zuzutrauen…

      • Hallo Papito,

        danke, dass du meine Position so vorurteilsfrei gelesen hast und meine konstruktiv gemeinten Gedanken auch als solche verstanden hast..
        Ich freue mich auf weitere zukünftige Bemerkungen hier von jemandem, der auf einen Erfahrungsschatz und eine über 12 Jahren Innenansicht Kubas verweisen kann.
        Kuba ist für mich eines der spannendsten und prägensten Länder überhaupt für mich auf meinen Reisen gewesen. Ich habe noch immer das Gefühl, einen Koffer dort zu haben. ;) Da ich in der DDR aufgewachsen bin, ist es für mich besonders interessant zu schauen, wie Kuba funktioniert, funktioniert hat und in Zukunft funktionieren wird. Mir war es zu DDR-Zeiten leider nicht möglich, Kuba zu besuchen.

        Alles Gute
        Auggie

    • Pepito, sei doch schlau und tausche peu a peu die CUC-Ersparnisse in MN um. Wo ist das Problem? Und „existenziell“ ist das Thema eben nur für diejenigen der kubanischen Zwei-Klassen-Gesellschaft, die CUC-Beträge im Sparstrumpf haben, also die „Neureichen“ dort.

  9. Erstklassig! Hab es auch geglaubt aber durch die entsprechende Gegenrecherche schnell gemerkt das Wohl der 1 April war der diesen Bericht verursacht hat. 👍🏻

  10. Währungsreform kommen, wenn sie wirken sollen, meist überraschend. Ich lese hier von der fiktiven Enteignung von CUC Sparern. Was hat denn die EZB auf Zypern gemacht? Dort wurden über Nacht real Sparer enteignet. Von Griechenland und dem Vorgehen der EZB will ich gar nicht sprechen, denn das dürfte politisch einigermaßen informierten Leuten ohnehin klar sein. Aber nein, man lies einen Aprilscherz über Kuba und schon steht der neoliberale Schaum vor dem Mund. Auf diese unterschiedliche Wahrnehmung sollte hingewiesen werden. Im übrigen hat der CUC Sparer Zeit sich auf die angekündigte Währungsumstellung einzustellen. Ich fürchte der legale CUC wird durch den Dollar abgelößt, ich weiß nicht, ob das besser ist. In übrigen muß auch der treudumme deutsche Sparer seine Enteignung fürchten, denn die Finanzkrise ist noch längst nicht vorbei. Am besten man fliegt nach Kuba, genießt die Sonne und den ron, dann hat man keine Ersparnisse mehr, um die man fürchten muß.

    • Wenn wir über die EU reden wollen, mach ein Thema dazu auf, da gibt es genug zu diskutieren! Relativismus aber ist wohl wenig hilfreich, wenn es eigentlich um Kubas mögliche Probleme geht.
      Wenn ich hier so deine Phrasendrescherei und Diffamierungen wie „der neoliberale Schaum“ und „die Miami-Fraktion“ lese, muss ich dir mal vielleicht dein Selbstbild etwas gerade rücken. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es verdammt viele Farbnuancen! Nur weil dich links neben dir niemand mehr überholt, heißt das noch lange nicht, dass die, die du rechts von dir wahrnimmst alles Neoliberale, Miami-Fraktions-Sympathisanten oder vielleicht sogar noch Nazis sind. Es zeigt nur, dass du sehr sehr weit LINKS AUSSEN stehst.

      • Danke für das Kompliment man könne mich Links nicht mehr überholen, denn eigentlich bin ich Sozialdemokratin, die nie mehr SPD wählen wird, aus einleuchtenden Gründen. Allerdings bin ich eine Sozialdemokratin vom Schlage des alten Jean Ziegler. Dieser hat ja den Auftrag des Che umgesetzt, wurde UN-Funktionär und hat die Schweizer Sozialdemokratie links inspiriert. Mit der neuen Sozialdemkratie von der Linkspartei kann ich mich nicht so richtig anfreunden, zuviel Oststallgeruch. Trotzdem sehe ich mich gezwungen diese Partei als das kleinere Übel zu wählen, so wie ich es mit der alten Sozialdemokratie auch immer gemacht habe.. ..venceremos

    • Um das noch hinzu zu fügen, natürlich zeigt das, was man der Regierung oder den Behörden in Kuba so zutraut, wie groß´das Vertrauen in eben jene ist. Vertrauen wie auch Misstrauen basieren meist auf Erfahrungswerten, die man gemacht hat. Raúl Castro hat einen wichtigen und richtigen Weg eingeschlagen. Ich habe Respekt davor, dass er bereit ist, aus seiner polarisierten revolutionären Perspektive mit einigen Fragen zur Gesellschaft in Revision zu gehen und in einigen Bereichen notwendige Änderungen herbei zu führen. Das ist aber eine Aufgabe, die man Konsequent immer wieder auf der Tagesordnung haben muss und die nicht von einer einzigen politischen Kraft gleistet werden kann, erst recht nicht von einer Person, die es noch dazu schwer hat, die Fesseln der Geschichte abzuwerten.

      • Also mit der Logik ist es so eine Sache: sie verstehen grundsätzlich das Mißtrauen der Kubaner in ihren Staat, das hier weniger als 10 Leute geäußert haben. Gleichzeitig haben sie vor dem Chef des ganzen Kuba Respekt, wenn dieser macht, was sie von ihm erwarten. Zum Mehrparteiensystem hat sich Rául ja schon geäußert als er sagte es gäbe in der kubanischen KP zwei Parteien, seine und die Fidel’s. Nun Fidel lebt leider nicht mehr. Ich weiß nicht, wer von den beiden Brüdern der bessere Kommunist war. Rául war jedenfalls schon KP Mitglied, als sein älterer Bruder noch Mitglied der Orthodoxen Partei war. Unter Brüdern gibt es immer Streit, das ist normal. Ich persönlich glaube, das Rául die Ideen seines älteren Bruders fortsetzen wird. Er hat dies nicht umsonst an seinen Grab geschworen. Kuba wird sich sicher verändern und den Cubanos soll es besser gehen. Aber die große Konterrevolution, der Regime-Change, den sich 4 Mill. rechte und linke Kubaner in Miami wünschen, wird nicht stattfinden. Dafür sorgen schon die Revolutionären Streitkräfte, die auch Rául Castro Ruz führt….

      • Falsch, ich spreche zunächst erst mal über mein eigenes Misstrauen. Dass viele Kubaner ihrer Regierung und den Behörden Misstrauen und in welchem Maße, steht auf einem anderen Blatt. Die Perspektive ist eine andere.
        Und bezüglich Raoúl Castros, Respekt habe ich grundsätzlich vor jedem Menschen, der fähig ist, verhärtete und isolierte Positionen zu hinterfragen. Auch wenn das im Falle Castros nur ein kleiner Anfang ist.
        Die Macht des jetzigen Regimes basiert ja im Wesentlichen auf dem Glauben an die wirklichen revolutionären Leistungen, aber auch an die revolutionären Mythen und den damit zusammenhängenden Lügen, auf gesellschaftlichen Festschreibungen einer einzigen politischen Partei und einem gewissen Repressionsmoment. Gäbe es das nicht, würde dieses Refime auch zurecht in Frage gestellt werden, so wie es jede Regierung dieser Welt verdient, in Frage gestellt zu werden. Erst recht, wenn so hochgradig polarisierte politische Figuren alleinige Ideensetzer, Festschreiber und Intertretierer gesellschaftlicher Umstände und Ziele sind. Es ist immer problematisch, wenn Gewaltenteilung nicht stattfindet.
        Klar, man kann natürlich als Konterrevolution diffamieren, was eigentlich nur politische und gesellschaftliche Teilhabe Andersdenkender meint. Und das ist nichts, was allein von Miami ausgehen würde. Wenngleich ich die reaktionären (nicht weniger polarisierten) politischen Interessengruppen in Miami für problematisch ansehe, deren erhebliche Dollar-Transferleistungen nach Kuba haben Kuba über Jahrzehnte das Überleben möglich gemacht.

      • Die Diskussion über die Falschmeldung („Aprilscherz“) sollte doch endlich eingestellt werden. Sie hilft keinem, zu allerletzt Kuba und seinem Volk. Wir waren jetzt wieder mehrere Wochen in Kuba (wir sind regelmäßig dort, habe sieben Jahre auf der Insel gearbeitet), haben mit vielen Menschen aller Schichten gesprochen. In dieser Diskussion werden Behauptungen aufgestellt, die in keiner Weise der Realität entsprechen. Ich bitte CUBA HEUTE, wie bisher sachlich zu bleiben, von Hirngespinsten abzusehen. Sonst kann man es nicht mehr empfangen.

      • Ich verstehe ja, wenn jemand sagt, „das gehört sachlich jetzt nicht hier her“! Aber unbenannt etwas als Hirngespinst abzutun und letztlich damit zu drohen, den Blog nicht mehr zu lesen, weil Kommentare nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen, finde ich bedauerlich. Erhellendes und Geraderückendes wäre da willkommen.

  11. Zwei Anmerkungen: trotz der Verteidigung war das kein gelungener Scherz. Da fehlt wohl das Quäntchen Fingerspitzengefühl, was es für derartige Scherze braucht. Das war einfach zu nah an der Wirklichkeit, und zu unterstellen, der kubanische Staat würde das im Scherz gezeichnete Verhalten nicht auch wirklich an den Tag legen können, wäre sträflich naiv. Das gilt übrigens auch für die trump’sche Reaktion. Die Realität hat alle scherzkekse längst eingeholt. Von daher – ein misslungener Scherz. Man spielt einfach nicht mit den Ängsten der Leute.
    Und an die hier so auftrumpfende Petra: ich halte sie schlicht für einen klugsch… sorry, aber das ging mit bei fast jedem Satz von ihnen durch den Kopf.

    • Welche „Ängste“ der Leute denn? Ängste haben, wenn überhaupt, nur die „Neureichen“ in Cuba, die CUC gehortet haben und nun meinen, dass sie nicht mehr rechtzeitig alles Geld zum gegenwärtigen Kurs in MN umtauschen können. Alle anderen Kubaner und auch die Touris verlieren nichts, im Gegenteil etliche werden durch die Vereinheitlichung der Währung gewinnen.

  12. „Gut“ verfasster Aprilscherz und als solcher auch sofort kenntlich gemacht. Denn im Artikel steht, daß „Granma“ berichtet hat. Ein kurzer Aufruf der Seite hätte genügt, um die Story zu enttarnen. Anscheinend „meiden“ bestimmte Schreiber hier dieses Blatt oder sie haben nur flüchtig gelesen, um dann sofort ihren „Senf“ abzulassen.
    „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. In diesem Sinne Gratulation an Marcel für diesen gut gemachten Artikel.

      • Ach Auggie,
        als „Ausrede“ für einen gewissen Intelligenzmangel ist dieser Einwurf nur schwach geeignet. Solltest du deine Lektüre nur nach „interessant“ auswählen, empfehle ich dir die BLÖD. Die bietet zusätzlich auch noch tendenzielle „Berichterstattung“, falls du sowas bevorzugen solltest.

      • Na fein, da sind sie ja nach ihrer Lesart ein ganz besonders schlaues Bürschen! Na Herzlichen Glückwunsch dazu und gaaanz dolles Schulterklopfen! Sie lesen regelmäßig die Granma, also müssen sie fast zwangsläufig ein ganz besonders schlauer Kopf sein, daran besteht ja gar kein Zweifel!
        Für das hielten sich die Macher der Parteiorgane in der DDR übrigens auch. Schon damals haben mich deren Einseitigkeit in der Berichterstattung durchschaut und die ewigen Wasserstandsmeldungen genervt. Und das ist durchaus mit der Granma vergleichbar. Wobei man auf Kuba offenbar ein wenig selbstkritischer schreibt, als das in der DDR so üblich war.
        Ich habe mehrfach Anlauf genommen, die deutsche Ausgabe der Granma online zu lesen, es kommt inhaltlich leider nicht viel rum.
        Ich ziehe es vor, auf Seiten wie dieser hier zu lesen, hier werden wirklich relevante Informationen meistens ge-rebloggt oder in einem Artikel zusammen gefasst besprochen. Das ist deutlich interessanter, als sich die x-te Wiederholung archivierter Reflektionen Fidels durchzulesen.
        Und im Gegensatz zu Ihnen – ich weiß, dafür sind SIE einfach viel zu schlau – betrachte ich es nicht als Schande, auf einen guten Aprilscherz herein gefallen zu sein.

      • Hier muss ich mal die kubanischen Medien in Schutz nehmen. Es gibt auch bei der Granma nicht wenige junge, engagierte Journalistinnen und Journalisten, die nicht selten den Finger in die Wunde legen und ihren Job gut machen. Allein die Leserbriefsektion der Granma ist immer wieder ein Genuss. Wer tiefergehende Reportagen sucht, wird meistens jedoch noch immer eher bei der Juventud Rebelde fündig, während Wirtschaftsthemen vor allem Montags in „Trabajadores“ ausführlicher diskutiert werden. Das alte Vorurteil, dass es auf Kuba keinen kritischen oder investigativen Journalismus gibt und in allen drei großen Zeitungen eh das gleiche steht, ist immer weniger haltbar. Als jemand, der alle drei Zeitungen seit mehr als 5 Jahren täglich liest muss ich sagen, dass ich eine deutliche Entwicklung hin zu mehr Qualität, Tiefe und Kritik wahrnehme.

      • Danke für den Hinweis! Ich wusste, dass es mehrere Tageszeitungen gibt, habe aber tatsächlich bisher nur die Granma dann und wann gelesen. Daher kann ich die komplette Entwicklung nichit überschauen. Die „Trabajadores“ publiziert leider ausschließlich Spanisch, was mich daran erinnert, unbedingt mein Spanisch noch verbessern zu müssen. Die „Juventud Rebelde“ spricht mich sehr an, publiziert einige Artikel sogar Englisch. Ich habe mir beides gleich mal gebookmarked.
        Um auch etwas Positives dazu zu schreiben, generell erlebe ich Kuba als offener, reflektierter und konstruktiver im Umgang mit seinen Bürgern, verglichen damit, wie ich das z.B. in der DDR erlebt habe, Der ideologische Überbau und die Indoktrination war in der DDR gefühlt allgegenwärtiger.

      • Ja, leider ist vieles nur auf Spanisch verfügbar. In der Englischen bzw. Deutschen Übersetzung findet sich auch immer nur eine kleine Auswahl von Artikeln, mit denen die Redaktionen natürlich auch ein positives Außenbild vom Land senden wollen (was ja verständlich ist). Die wirklich spannenden Reportagen, investigativen Artikel und kritischen Analysen gibt’s fast nur auf spanisch, sie sind außerhalb Kubas eben auch nur für Journalisten von Interesse.

        Davon abgesehen finde ich es trotzdem bemerkenswert, dass sich die knapp budgetierte kubanischen Zeitungen englische und im Falle der Granma auch französische, russische und deutsche Übersetzungen leisten. Weder FAZ noch Süddeutsche wirst du in einer anderen Sprache finden. Hier ist viel Herzblut im Spiel, was ich bei der Deutschen Granma-Übersetzung (die man sogar in Deutschland abonnieren kann: https://www.jungewelt.de/verlag/granma.php ) mit Sicherheit sagen kann. Trotzdem: nichts geht über das Original.

      • @Auggie Wren:
        Es gibt eine Lebensweisheit:
        „Der Schwache sinnt auf Rache.
        Der Starke vergibt.
        Der Intelligente lächelt und ignoriert.“

      • Es ist ein Gerücht, dass alle Aphorismen voll der Lebensweisheit währen!
        Haben Sie Probleme, Schwäche zu zeigen, ich in der Regel nicht, Aber was hat das mit diesem sinnlosen Schlagabtausch zu tun? Nichts!
        Vielleicht lassen sie sich ja noch herab, um hier zu diskutieren.
        Aber mir fällt da spontan Hopfen, als auch Malz ein…

  13. Hallo ! Ich bin doch erstaunt, mit welcher vehements hier die Argumente bezüglich Abwertung CUV geführt werden. Was hat Kohl und die CDU einschl. Ihrer Wähler getan: Sie haben beim Tausch von DM auf den Euro die Bürger um knapp die Hälfte des Geldes bestohlen – viel dreister kann es nicht mal der Kommunismus. Also diese Aufregung hier ist doch nur dummköpfiges und kurzsichtiges Geschwätz !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s