Spanische Firma will neue Käsefabrik auf Kuba errichten

Produkte der „Grupo TGT“, welche derzeit bereits an den kubanischen Tourismussektor geliefert werden (Quelle: Cibercuba)

Der kubanische Minsterrat hat jüngst die Errichtung einer neuen Fabrik für Käse in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) gebilligt. Die Anlage wird von der spanischen Firma „Grupo TGP“ betrieben, die ihren Sitz in Barcelona hat. Die Käsefabrik ist eines von 24 Projekten, welche sich bereits in der neuen Sonderwirtschaftszone ansiedeln.

Mit der neuen Fabrik will Kuba vor allem die derzeit schwierige Versorgung mit Milch- und Käseerzeugnissen verbessern. Sie wird eine Produktionskapazität von Anfangs 15.000 Tonnen Käse pro Tag haben, wovon knapp die Hälfte für den Export bestimmt ist. Grupo TGT unterhält bereits ähnliche Projekte in 17 Ländern und liefert seine Produkte seit mehreren Jahren an Hotels und Restaurants auf Kuba.

Das Projekt hat eine Investitionssumme von rund 23 Millionen US-Dollar, im Jahr 2019 soll die Fabrik ihre Funktion aufnehmen. Kuba sucht derzeit Investoren für knapp 400 Projekte mit ausländischem Kapital, welche eine Gesamtsumme von 9,5 Milliarden US-Dollar umfassen. Laut Schätzungen des Wirtschaftsministeriums braucht das Land jedes Jahr ausländische Investitionen von 2,5 bis 3 Milliarden US-Dollar, um seine selbst gesteckten Wachstumsziele von 5 bis 7 Prozent erreichen zu können. Derzeit beträgt die gesamte Investitionssumme aller genehmigten Projekte in Mariel rund 1 Mrd. US-Dollar, zudem sollen rund 4.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

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2 Gedanken zu „Spanische Firma will neue Käsefabrik auf Kuba errichten

  1. Das sind prinzipiell gute Neuigkeiten. Hoffentlich drückt sich das auch in einer größeren Diversität im Angebot aus. Die zwei Sorten, die es in der Regel in CUC-Läden gibt, waren nicht übel, wurden aber dann mit der Zeit doch zu einem ziemlichen Einerlei.
    Fehlt eigentlich nur noch die selbstproduzierte Milch für den Käse und die vielen Rinder, die sie produzieren! Ein Tetrapack-ähnliches Behältnis mit haltbarer Milch – abgefüllt in Havanna – kostet etwa 1 CUC, die Bevölkerung wird über die Libreta hauptsächlich mit importiertem Milchpulver versorgt. Das klingt, als müsste die spanische Firma größere Mengen importieren.

    Ich erinnere mich an sehr interessante Streetart in Havanna wo auf einem Bild mit einer Maus und einem Stück Käse geschrieben stand „…ya no quiero mas el queso“ (Ich möchte nicht mehr Käse), was sicher als gewitzte Analogie auf gesellschaftliche Probleme gemeint ist und dem einen mehr, dem anderen weniger Interpretationsspielraum aufmacht:

  2. Es gibt wie oben erwähnt, schon kubanischen Käse, darunter leckeren Weißkäse, der nicht schlecht schmeckt. Aber 15000 t Käse pro Tag ist doch ein sehr ergeiziges Ziel der spanischen Firma. Ich denke, es ist pro Jahr gemeint. Dafür reicht die kubanische Milch aber auch nicht.

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