Zucker und Tabak zeigen 2017 wieder positive Tendenzen

Kubas Zuckerproduktion konnte in diesem Jahr um gut 20 Prozent zulegen, blieb jedoch hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück (Quelle: Granma)

Vergangene Woche ging auf Kuba die diesjährige Erntesaison für Zuckerrohr und Tabak zu Ende. Nach schweren Einbußen in der Saison 2015/16 konnte Kubas Zuckerindustrie dieses Jahr wieder um rund 20 Prozent zulegen, blieb allerdings deutlich hinter den geplanten Erwartungen. Die Tabakernte fiel hingegen mit einem ungewöhnlich starken Zuwachs von 25 Prozent auf 30.000 Tonnen deutlich besser aus.

Nach Informationen kubanischer Medien sowie der Nachrichtenagentur EFE, brachte die diesjährige Zuckerrohrernte eine leichte Erholung von den schlechten Vorjahreswerten. Trotzdem wurden die selbst gesetzten Pläne nur zu 85 Prozent erreicht. Eine genaue Angabe, wie viel Tonnen Zucker produziert werden konnten, fehlt in den offiziellen Berichten. Das Ergebnis dürfte jedoch deutlich unter den angestrebten zwei Millionen Tonnen geblieben sein.

Als Ursachen für das abermals eher enttäuschende Ergebnis wurden neben der anhaltenden Dürre auch Versäumnisse bei der Ernte sowie die veraltete Industrie genannt. Kubas staatliche Zuckerholding „Azcuba“ hatte geplant, in dieser Saison 27 Prozent mehr Zuckerrohr zu ernten, was sich in einem Produktionszuwachs von 45 Prozent beim exportfähigen Endprodukt ausdrücken sollte.

Kubas Tabakindustrie ist mit jährlichen Einnahmen von über 400 Mio. US-Dollar der viertwichtigste Devisenbringer des Landes (Quelle: Cubadebate)

Die aktuelle Zuckerrohrernte (auf Kuba „Zafra“ genannt) begann im November 2016. Insgesamt nahmen 54 Zuckermühlen an der anschließenden Weiterverarbeitung teil, 42 von ihnen konnten bessere Ergebnisse als im Vorjahr erzielen. Nachdem die kubanische Zuckerindustrie in der Saison 2009/10 mit 1,1 Millionen Tonnen ihr historisch niedrigstes Ergebnis seit über 100 Jahren meldete, gab es in den letzten Jahren eine kontinuierliche Erholung auf rund 1,9 Millionen Tonnen. Im letzten Jahr brach die Produktion jedoch wieder um 20 Prozent ein. Ursprünglich war geplant, in diesem Jahr über 2 Millionen Tonnen Rohrzucker zu produzieren.

Besser sieht es heuer beim Tabak aus, wo die Produktion um rund ein Viertel auf 30.000 Tonnen hochgefahren werden konnte. In der Saison 2015/16 wurden noch rund 24.000 Tonnen Tabak geerntet. Kubas Tabakindustrie besteht aus 96 Fabriken, von denen 46 ausschließlich für den Export produzieren. Tabak hat mittlerweile den Zucker bei den Umsätzen im Warenexport überholt. Vergangenes Jahr generierte der Export von Tabakprodukten Einnahmen von rund 445 Millionen US-Dollar.

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Kuba rechnet mit guter Zuckersaison 2016/17

In der aktuellen Saison 2016/17 rechnet Kuba mit einer Zuckerproduktion von 1,7 bis 2 Millionen Tonnen (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Die Zuckerproduktion auf Kuba kommt in diesem Jahr offenbar gut voran. In der aktuellen Saison wurden  bereits etwa eine Million Tonnen Zuckerrohr produziert, mehr als in den vergangenen 15 Jahren zu diesem Zeitpunkt der Zafra, wie diese Ernte auf Kuba genannt wird.

Die staatliche Holding „Azcuba“, die seit 2011 für die Organisation des Zuckersektors auf Kuba verantwortlich ist, rechnet in dieser Saison mit einer Zunahme um 27 Prozent bei der Ernte der Pflanzen, was sich in einer 45-prozentigen Steigerung bei der anschließenden Weiterverarbeitung zu Rohrzucker in den 54 beteiligten Mühlen ausdrücken soll. Mit über 50 beteiligten Zuckerfabriken („Ingenios“) wurde in der aktuellen Saison, die im November 2016 begann, auch auf diesem Gebiet ein neuer Rekord erreicht. Seit der Schließung der meisten Zuckerfabriken im Jahr 2002 kamen meist deutlich weniger zum Einsatz.

Kubas Zuckerindustrie beginnt sich in den letzten Jahren wieder von der angeordneten Stilllegung zu erholen. Nach der im 100-jährigen Maßstab historisch niedrigsten Saison 2009/10 mit einem Zuckeroutput von nur 1,1 Millionen Tonnen, wurde im Jahr 2015/16 mit 1,2 Millionen Tonnen nach einigen Jahren der Erholung wieder ein äußerst schlechtes Ergebnis erzielt. Die Verantwortlichen machten neben mangelhafter Organisation hauptsächlich die ungünstigen Witterungsumstände für das Ergebnis verantwortlich. Zum Vergleich: In den 1980er Jahren gehörte Kuba mit Ergebnissen von über acht Millionen Tonnen zu den größten Zuckerproduzenten der Welt.

Langfristig plant der sozialistische Inselstaat, wieder über drei Millionen Tonnen Rohrzucker pro Jahr zu exportieren. In der aktuellen Saison wird mit einem Ergebnis zwischen 1,7 und zwei Millionen Tonnen gerechnet. Kuba benötigt für die Versorgung seiner Bevölkerung rund eine Million Tonnen pro Jahr, der Rest geht in den Export. Größter Abnehmer ist die Volksrepublik China.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

Kuba fährt beste Zuckerernte seit 11 Jahren ein

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Kubas Zuckerindustrie wird seit einigen Jahren wieder modernisiert (Quelle: Granma)

Kubas Zuckerindustrie hat in diesem Jahr 1,9 Millionen Tonnen Rohrzucker produziert, 18 Prozent mehr als noch in der letzten Saison 2013/14. Dies meldete gestern die Tageszeitung „Granma“. Obwohl das Ziel von 2 Millionen Tonnen nicht erreicht wurde, markiert die diesjährige Ernte das beste Ergebnis seit dem Jahr 2004. Nachdem die Produktion im Jahr 2010 mit 1,1 Millionen Tonnen den historischen Tiefstand seit dem Jahr 1905 erreichte, begann sich Kubas Zuckerindustrie in den letzten Jahren wieder langsam zu erholen.

In den 1980er Jahren produzierte Kuba jährlich noch bis zu 8 Millionen Tonnen Zucker. Nach Auflösung der Sowjetunion läutete die Sonderperiode in Kuba den langsamen Niedergang des einst stolzen Zuckersektors ein. Ergebnisse von 3 bis 4 Millionen Tonnen waren die Folge. Im Jahr 2002 drehte der kubanische Staat dem Zuckersektor endgültig die Mittel zu, 71 der 156 Zuckermühlen mussten schließen. Bedingt durch niedrige Weltmarktpreise sah sich die Regierung damals zu Einsparungen gezwungen, Deviseneinnahmen sollten stattdessen verstärkt durch Bergbau und Tourismus erwirtschaftet werden. Von 2005 bis 2011 pendelten sich die Ergebnisse bei mageren 1,1 bis 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr ein.

Nach Auflösung des Zuckerministeriums nahm im Jahr 2011 die staatliche Holding Azcuba dessen Platz ein. Seitdem versucht Kubas Regierung Wege zu finden, um die veraltete Industrie zu erneuern. Vergangenes Jahr produzierte Kuba 1,6 Millionen Tonnen Zucker, wobei nur ein Zuwachs von etwa vier Prozent gegenüber 2013 erreicht werden konnte. Anhaltende Regenfälle sowie die unzureichende Organisation wurden damals als Grund für das schlechte Ergebnis genannt.

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Zuckerproduktion Kubas, 1985 – 2011 (Quelle: The Cuban Economy)

Im Jahr 2012 wurde mit der Fabrik „5 de Septiembre“ in Cienfuegos die erste kubanische Zuckermühle mit Hilfe brasilianischer Technik modernisiert. Verwaltet wird das Joint-Venture von der Firma Odebrecht, die auch für den Bau der Hafenanlagen in Mariel verantwortlich ist. Investitionen in neue Technik sowie ein neues Lohnsystem haben seit der Gründung von Azcuba für eine langsame Wiederbelegung des Sektors gesorgt. Dennoch sind weiterhin große Investitionen notwendig, um das langfristige Produktionsziel von 3 bis 4 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.

Azcuba gab 2011 begannt, bis zum Jahr 2015 etwa 2,4 Millionen Tonnen Zucker produzieren zu wollen. Obwohl dieses Ziel bisher nicht realisiert wurde, gelang es der Firma (mit Ausnahme des letzten Jahres) mindestens zweistellige Zuwachsraten zu generieren. Auch in den nächsten Jahren soll die Zuckerproduktion zwischen 15 und 20 Prozent pro Jahr zulegen. Kubas Bevölkerung verbraucht pro Jahr zwischen 600.000 und 700.000 Tonnen Zucker. Weitere 400.000 Tonnen gehen im Rahmen eines Sonderabkommens nach China, der Rest wird auf dem Weltmarkt verkauft.

Ehrgeizige Zuckersaison 2014/15 steht bevor

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Der Einsatz von Düngemitteln für die Zuckerernte wird in diesem Jahr verdoppelt (Quelle: Granma)

In wenigen Tagen beginnt in Kuba die Zuckerrohrernte für die Saison 2014/15, auch  „Zafra“ genannt. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen in den Mühlen des Landes, um die ehrgeizigen Ziele erfüllen zu können. Im kommenden Jahr plant Kuba zwei Millionen Tonnen Rohzucker zu produzieren, eine Steigerung von 23 Prozent gegenüber der letzten Saison. Experten der staatlichen Zuckerholding AZCUBA erklärten jüngst in der Parteizeitung Granma die Ziele für die kommende Ernte.

Um das maue Ergebnis dieses Jahres zu übertreffen, wurden umfangreiche Investitionen in Wartung und Erneuerung der Zuckermühlen vorgenommen, von denen 44 noch in den kommenden Wochen ihren Betrieb aufnehmen werden. Bis Januar sollen acht weitere folgen. Zu den wichtigsten Investitionen zählt der Import von 200 modernen Zuckererntern aus Brasilien, die im Unterschied zu den vorherrschenden sowjetischen KTP-Modellen im 24 Stunden-Betrieb eingesetzt werden können.

Mehr Düngemittel für bessere Qualität

Ebenfalls neu ist der umfangreiche Einsatz natürlicher und chemischer Düngemittel, die  durch Flugzeuge auf einer Fläche von 140.000 Hektar verteilt werden, doppelt so groß wie in der vorangegangenen Ernte. Dadurch soll sich der Zuckergehalt im Rohr erhöhen, was der Qualität zu Gute kommt und die Nettoausbeute der Mühlen steigert. In der vergangenen Saison war der Saccharoseanteil bei 10,92 Prozent, weniger als noch im Jahr zuvor. Starke Regenfälle haben die Quantität und Qualität der Ernte stark beeinträchtigt.

Durch die gesunkene Qualität des Zuckerrohrs konnte der Rohzuckerertrag in diesem Jahr um lediglich 4 Prozent Prozent zulegen, er lag bei 1,67 Millionen Tonnen. Durch den Einsatz der Düngemittel, der zwei Millionen US$ kostet, verspricht man sich Mehreinnahmen von 10 Millionen US$. Die pro-Hektar Erträge sollen 2015 bei mindestens 43 Tonnen Zuckerrohr liegen. Zusätzlich zum Zucker will Kuba 1,3 Millionen Hektoliter Ethanol und 225 Millionen Tonnen Tierfutter als Nebenprodukte herstellen. Außerdem sollen die Zuckermühlen 125 Gigawatt Strom erzeugen.

Doch nicht nur bei den Investitionen sind Fortschritte zu verzeichnen, auch die Kader- und Lohnpolitik konnte sich weiter konsolidieren, was die Arbeitskräfteschwankungen im Sektor zu dämpfen vermochte. Zu den Neuerungen gehört die Einführung eines verbesserten Entlohnungssystems für die Produzenten. Bisher wurden diese nach Tonnen bezahlt, in der jetzigen Saison wird es erstmals Prämien für hohen Saccharoseanteil im angelieferten Zuckerrohr geben.

Nach oben korrigierte Ziele für 2015

Die Wiederbelebung des kubanischen Zuckersektors geht also weiter. Der Zuwachs von 23 Prozent ist das anspruchvollste Wachstumsziel der letzten Jahre – und eine deutliche Korrektur nach oben. Noch im Oktober war von einem Zuwachs von lediglich 12 Prozent die Rede, was 1,88 Millionen Tonnen ergeben hätte. Warum auf einmal zwei Millionen Tonnen vorgesehen sind, wurde nicht kommentiert. Manches deutet jedoch darauf hin, dass die Trendwende gelingen könnte.

Kubas Zuckerindustrie gibt sich derzeit ungewohnt optimistisch: „Für diese Kampagne gibt es deutlich bessere subjektive und objektive Bedingungen als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt“, sagte Pérez Omar, Spezialist der AZCUBA-Gruppe. In den letzten Wochen berichteten die kubanischen Medien verstärkt über Investitionen in den Zuckersektor, dem Thema wird deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im vergangenen Jahr.

Denn wenn die zwei Millionen Marke geknackt wird, wäre dies nicht zuletzt auch ein  symbolischer Etappensieg, um die mageren, von Unterfinanzierung und Improvisation geprägten Jahre der letzten Dekade endgültig hinter sich zu lassen. In den 1980er Jahren produzierte Kuba noch über acht Millionen Tonnen Rohzucker und war wichtigster Lieferant des sozialistischen Lagers. Die pro-Hektar Erträge lagen damals bei 60 Tonnen. Heute liegt die Zuckerindustrie auf dem Produktionsindex bei 21 Prozent vom Stand des Jahres 1989.

Mittelfristig will man bescheidener bleiben, auch aufgrund der gesunkenen weltweiten Nachfrage. In einigen Jahren soll sich die Zuckerproduktion Kubas zwischen 3 und 4 Millionen Tonnen pro Jahr einpendeln, bei pro-Hektar erträgen von 52 Tonnen Zuckerrohr. Um den veralteten Maschinenpark zu modernisieren, sollen auch Direktinvestitionen zum Einsatz kommen. Im aktuellen Investitionskatalog, der vergangene Woche auf der FIHAV veröffentlicht wurde, sind vier Zuckermühlen zur Verwaltung durch ausländische Investoren ausgeschrieben.

Kuba plant Investitionen in Zuckerindustrie

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Kubas Zuckerindustrie hat großen Investitionsbedarf (Quelle: Granmeses)

In diesen Wochen laufen in Kuba bereits die Vorbereitungen auf die kommende Zuckersaison, die im November beginnt. Das moderate Ergebnis der letzten Saison soll dabei durch bessere Vorbereitung und größere Investitionen gesteigert werden. Zuletzt produzierte Kuba 1,67 Millionen Tonnen Rohzucker, und erreichte nur eine Steigerung von 4 Prozent statt der geplanten 18 Prozent. Im nächsten Jahr will Kuba Zuckerrohr für mindestens 1,85 Millionen Tonnen ernten.

Pedro Perez, Investitionsdirekter der staatlichen Holding Azcuba versicherte gegenüber der Nachrichtenagentur Prensa Latina, dass umfangreiche Maßnahmen wie die Modernisierung der Destillerien und der Bau neuer Fabriken zur Herstellung von Zuckerderivaten und Tierfutter geplant sind. In den letzten Jahren wurden bereits 100 neue Erntemaschinen und LKWs aus Brasilien importiert. Die Erprobung eines neuen Zuckerrohrernters, der in Zusammenarbeit mit China entwickelt wurde, wird in der kommenden Saison fortgesetzt.

Um die bestehende Ausrüstung am laufen zu halten, wurden zusätzliche Ersatzteile für die zahlreichen sowjetischen KTP-Ernter, ZIL- und Kamaz-Lastwagen importiert. Neue Bewässerungssysteme für die Pflanzen befinden sich ebenfalls in der Planung, auch der Ausbau der Lagerhäuser und die Errichtung neuer Tanks ist vorgesehen. Über die genaue Summe der Investitionen machte Perez jedoch keine Angaben. In Zukunft soll der Zuckersektor einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung der kubanischen Exporte und zur Energieversorgung des Landes leisten.

Im letzten Jahr exportierte Kuba Zucker im Wert von 463 Millionen US$ und hat sich seitdem vom historischen Tief 2009 erholt, als nur knapp eine Millionen Tonnen geerntet werden konnten und die Exporte bei 226 Millionen US$ lagen. Kubas Plan zur Wiederbelebung der Zuckerindustrie ist langfristig angelegt. Bis 2016 plant das Land, die Rohzuckererträge auf wieder deutlich über 2 Millionen Tonnen zu bringen. Im nächsten Jahr sollen die Erträge auf 43,9 Tonnen pro Hektar steigen und zwei zusätzliche Zuckermühlen ihre Arbeit wieder aufnehmen.