Neue Mine soll Bergbau in Pinar del Río wiederbeleben

Die Vorkommen in der Region „Minas de Mathambre“ reichen für mehr als 10 Jahre (Quelle: Granma)

Mit einer neuen Mine will Kuba weitere Einnahmequellen für die angeschlagene Wirtschaft erschließen. Ab Oktober werden in der kleinen Gemeinde „Minas de Matahambre“ wieder Blei und Zink gefördert. Das Joint-Venture mit einer Schweizer Firma soll dem kriselnden Bergbausektor der Insel neues Leben einhauchen und hunderte neue Arbeitsplätze in der westkubanischen Provinz Pinar del Río schaffen.

„Mit dieser Investition beleben wir den kleinen und mittelgroßen Bergbausektor der Insel“, erklärte Justo Hernández Pérez, Ingenieur beim neuen Joint-Venture „Emincar“. Bis zum Ende des Jahres sollen die ersten 12.000 Tonnen Zink und die ersten 5.000 Tonnen Blei aus dem Erdreich gefördert sein. Insgesamt bietet die Mine eine Kapazität von 100.000 Tonnen Zink-Konzentrat sowie 50.000 Tonnen Blei-Konzentrat pro Jahr. Die Vorkommen würden bei diesem Fördertempo rund 10 Jahre reichen, für die Zeit danach sind bereits vielversprechende Bohrungen in der Umgebung geplant

Neue Anlage zur Weiterverarbeitung der Rohstoffe (Quelle: Granma)

Die Gegend um Castellanos ist dabei ein traditionelles Bergbaugebiet, bereits früher wurden hier unter anderem Goldvorkommen gefördert. Nach der Auflösung der Sowjetunion und der eintretenden Sonderperiode erlebte jedoch auch der kubanische Bergbausektor eine tiefe Krise, die Bergbauindustrie in der Provinz Pinar del Río hat sich bis heute davon nicht erholt, viele Arbeitsplätze gingen verloren.

Die neue Mine soll diesen Trend umkehren. Bereits seit mehreren Jahren sucht Kuba nach ausländischen Partnern, um die Rohstoffvorkommen der Insel zu erschließen. Aufgrund niedriger Weltmarktpreise dürften die beiden Nickelminen in Ostkuba derzeit kaum Gewinne abwerfen.

Das neue Joint-Venture umfasst eine Investitionssumme von 296 Mio. US-Dollar. Es sollen 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, indirekt profitieren über 1.000 Personen der kleinen Gemeinde von dem Bergbauprojekt. Der Lohn der Arbeiter soll mit umgerechnet 50 US-Dollar pro Monat über dem Durchschnitt liegen, zudem können bei guter Leistung bis zu 80 US-Dollar als Prämie ausbezahlt werden. „Dieses Projekt wird vielen Leuten wieder auf die Beine helfen“, sagte der Mechaniker Guillermo Fabelo gegenüber Reuters.

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