Jeder dritte Kubaner nutzt die sozialen Netzwerke

Die Tageszeitung „Juventud Rebelde“ liefert neue Daten zum Internetzugang (Quelle: Juventud Rebelde)

Laut einem Bericht der Zeitung „Juventud Rebelde„, nutzen derzeit 3,51 Millionen Kubaner soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram. Damit ist fast jeder dritte Bewohner der Insel bereits auf einer dieser Plattformen registriert. Laut Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel nahm die Nutzung dieser Medien in den letzten Jahren um mehr als 340 Prozent zu.

Die meisten Kubaner gehen derzeit über einen der 391 WiFi-Hotspots online, bei denen eine Stunde Internet mit 1,50 CUC berechnet wird. Darüber hinaus nutzen viele den kostenlosen Internetzugang auf ihren Arbeitsplätzen, der jedoch häufig zeitlichen und technischen Limitationen unterliegt. So beschreiben Arbeiter des Biotechnologieunternehmens „Labiofarm“, dass sich die 400 Computer der Firma derzeit eine DSL 6.000 Leitung teilen, was zu Einschränkungen bei der Internetnutzung führt.

Kuba plant derzeit den Zugang zum Internet massiv auszubauen. Bis 2020 soll jeder zweite Haushalt am Netz hängen. Derzeit nutzen 3,7 von 11,4 Millionen Kubaner das Internet, was 32 Prozent der Bevölkerung entspricht. Laut einer von der Regierung in Auftrag gegebenen Studie, gibt es derzeit 4 Millionen Handynutzer auf Kuba sowie 3,51 Millionen Nutzer der sozialen Medien. Die überwiegende Mehrzahl der Kubaner nutzt ein Smartphone um online zu gehen.

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Kuba zählt fast 4 Millionen Handynutzer

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ETECSA-Vertreter präsentieren bei einem Meeting die neuen Zahlen (Quelle: Trabajadores)

Nach Angaben der kubanischen Telekommunikationsgesellschaft ETECSA zählt das Land heute 3,94 Millionen Mobilfunkverträge – mit steigender Tendenz. Dies meldete jüngst die kubanische Tageszeitung „Trabajadores„. Den Angaben zu Folge nutzt derzeit jeder dritte Kubaner ein Handy.

Laut dem zuständigen Fachbereichsleiter von ETECSA, Luis Manuel Díaz Naranjo, kämen täglich etwa 2.000 neue Anmeldungen hinzu, so dass bis zum Ende des Jahres die Marke von 4 Millionen geknackt wird.

Ursprünglich rechnete die Firme in diesem Jahr mit einem Wachstum von 500.000 neuen Mobilfunkverträgen, tatsächlich seien bis heute schon 700.000 Neuanmeldungen hinzugekommen. Im Vergleich zum März 2014 hat sich die Anzahl der Handynutzer damit praktisch verdoppelt. Damals nutzten rund 2 Millionen Kubaner ein Mobiltelefon.

Obwohl die Kosten mit 35 US-Cent pro Gesprächsminute noch sind, haben viele Kubaner seit der Legalisierung privater Handyverträge im Jahr 2008 von dem Angebot des staatlichen Anbieters Gebrauch gemacht. ETECSA begründet die vergleichsweise hohen Minutenpreise mit der begrenzten Kapazität der Netze. Tatsächlich ist das Netz von ETECSA für seine Fehleranfälligkeit bekannt, immer wieder kommt es zu kurzzeitigen Pannen.

Kuba will Devisen via Internet

Auch in der

Ein Abend in der legendären Bodeguita del Medio kann ebenfalls übers Internet gebucht werden. (Quelle: Pasaporteblog)

Über 2,5 Milliarden US-Dollar strömen jährlich durch Geldsendungen von ausländischen Verwandten nach Kuba. Das Geschäft mit deren Devisen ist mittlerweile zu einer wichtigen Einnahmequelle für den kubanischen Staat geworden, wobei deutlich weniger als die Hälfte der Kubaner Zugang zu diesen Mitteln hat. Der kubanische Staat scheut sich indes nicht, neue Wege zu gehen, um die Devisenströme zu kontrollieren.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft startete das neueste Projekt in diese Richtung. Personen im Ausland können nun übers Internet ihren kubanischen Freunden einen Restaurantbesuch ermöglichen, bei dem die Rechnung im Vorhinein bezahlt wurde. Die Website www.bazar-virtual.ca lässt Kunden Gerichte ab 14 US$ auswählen, die in einem von über 43 beteiligten Restaurants in vier verschiedenen Provinzen eingenommen werden können.

Damit knüpft der neue Service an die bereits bekannte Option zur Aufladung kubanischer Handykonten übers Internet an. Die Dienstleistung wird über ein ausländisches Partnerunternehmen in offizieller Kooperation mit der kubanischen Telekom ETECSA unter www.recargasacuba.com angeboten. Auch der Versandhandel aus dem Internet floriert, mittlerweile bieten zahlreiche kubanische Devisenläden auf ihrer Homepage sogar die Lieferung bis ins Haus des Empfängers an.

Aber auch das Bezahlen der Telefonrechnung, von Krediten zur Finanzierung von Häusern, Autos und anderen Dingen ist mittlerweile problemlos aus dem Ausland möglich. Der kubanische Staat möchte die ankommenden Devisen möglichst in seinen Händen zentralisieren und schuf in den letzten Jahren viele attraktive Angebote, um im Ausland lebende Kubaner für Überweisungen an ihre in Kuba lebenden Verwandten zu begeistern.

Neu ist, dass seit 2013  in diesem Rahmen auch Verträge zwischen staatlichen und privaten Unternehmen ausgehandelt werden dürfen. So sind mittlerweile über 20 privat geführte Restaurants für das Bezahlangebot aus dem Internet unter Vertrag. Auch private touristische Angebote wie Taxidienstleistungen und Übernachtungen in Casa Particulares wurden in letzter Zeit von den staatlichen Touranbietern unter Vertrag genommen – natürlich alles online buchbar.

Kuba bekennt sich zum Internetausbau

Der Skandal um den US-amerikanischen Twitter-Klon „ZunZuneo“, der zur gezielten Destabilisierung eingesetzt wurde und über 40.000 Nutzer hatte, schlägt in Kuba hohe Wellen. Das Thema ist seit Tagen in den Medien präsent, für die kubanische Regierung waren die Ausmaße des 2012 gestoppten Projekts sicherlich auch überraschend. Obwohl Internet- und Telekommunikationsinfrastruktur in Kuba relativ schwach ausgebaut sind, konnte die US-Regierung durch eine Tarnfirma hinter dem Dienst viele Kubaner per massenhaftem SMS-Versand erreichen. Zwar wurde das Programm nicht für politische Zwecke eingesetzt, hätte aber sehr leicht zum Schüren von Unruhen benutzt werden können. In Kuba geht man deshalb in die Offensive und versucht nun gegenzusteuern.

„Es gibt einen ziemlich ambitionierten Plan, um der Bevölkerung zu dienen“, sagte Daniel Ramos, Vertreter des staatlichen Telekommunikationsanbieters ETECSA am Mittwoch in Havanna. Durch das Programm „ZunZuneo“ seien 2009 über 300.000 Spam-SMS versand worden. Dadurch sieht ETECSA direkt die kubanischen Netze angegriffen und wichtiger Einnahmequellen beraubt, die zum Ausbau der Infrastruktur dringend benötigt werden. „Die Idee ist, dass niemand Dienste für unsere Nutzer erfindet“, sagte Ramos. Die Firma werde alle möglichen Angebote und Leistungen erschließen, um zu vermeiden, dass ausländische Programme und illegale Anbieter an Einfluss gewinnen können.

„Wir haben den Internetzugang via Handy sowie von zu Hause aus in unseren Plänen“, sagte der Firmenvertreter und fügte hinzu: „Wir werden nicht sagen, dass es dieses Jahr soweit sein wird, aber es ist in den Plänen vorgesehen“. Seit März können kubanische Handynutzer mit einer eMailadresse des Anbieters („@nauta.cu“) unterwegs auf ihr Postfach zugreifen. Die Inbetriebnahme des mobilen Datennetz ist ebenfalls in Kürze geplant. Zu den Maßnahmen zum Netzausbau gehört auch ein angepasstes Preissystem in Regionen mit wenigen Handynutzern, dort wurden die Kosten für Anrufe um über 40 Prozent auf 0,20 CUC (0,14 €) pro Minute reduziert.

2 Millionen Kubaner sind Handynutzer

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Die Damen und Herren hinter dem kubanischen Internet- und Telekommunikationssektor. Pressekonferenz mit Vertretern des staatlichen Telekommunikationsunternehmens ETECSA am 11. März in Havanna, (Quelle: „Cubadebate„).

Bis zum 10. März dieses Jahres verfügten knapp zwei Millionen Kubaner über ein Prepaid-Handy, gab die staatliche Telefongesellschaft ETECSA bekannt. Damit hat sich die Nutzerzahl seit 2010 verdoppelt, als es noch eine Million Handynutzer auf der Insel gab, Ende 2011 gab es immerhin schon 1,3 Millionen. Die Meldung ging einher mit einer Pressekonferenz in Havanna, auf der das Unternehmen seine neuen Pläne für das laufende Jahr vorstellte. In Kuba gibt heute 1,6 Mal so viele Handys wie Festnetztelefone, wobei Prepaid-Verträge mit der staatlichen Telekom die ausschließliche Nutzungsform der Mobiltelefone sind. ETECSA bestätigte, dass ab dem zweiten Quartal mobiles Internet für kubanische Handynutzer verfügbar wird. Der Anfangspreis von 1 CUC pro Megabyte soll künftig sinken. Seit dem 4. März können Kubaner allerdings schon über eine von ETECSA vergebene „@nauta.cu“-Adresse eMails senden und empfangen.

Bis dato machen bereits 1.900 Kunden von der neuen Möglichkeit gebrauch, die bisher nur in Havanna verfügbar ist, berichtet ETECSA. Während die Kosten für mobiles Internet für die meisten Kubaner unerschwinglich sein dürften, könnte sich der neue eMailservice bald größerer Beliebtheit erfreuen: Für den Versand einer fünfseitigen Mail, oder eines mittleren Fotos (100 Kilobyte) fallen lediglich 0,1 CUC an, etwa zweieinhalb Peso in nationaler Währung. Ab sofort lässt sich außerdem ein kubanisches Prepaid-Konto vom Ausland aus aufladen, über die Website www.ezetop.com darf künftig die Verwandtschaft in Miami die kubanischen Handyrechnungen direkt bezahlen. Gleichzeitig wurden die Preise für Festnetztelefonie und internationalen SMS-Versand um 30 Prozent gesenkt, auch MMS werden deutlich günstiger.

Die Mindestsumme für die Aufladung einer Internetkarte in den 2013 eingerichteten Nauta-Internetcafés wurde von zwei auf 0,50 CUC reduziert. Die WiFi-Netze in den Hotels sollen künftig verstärkt ausgebaut werden. Mit temporären Sonderangeboten will ETECSA zudem die rasche Nutzung der neuen Services fördern, denn die Preise sind noch immer zu hoch für viele Kubaner mit einem Monatslohn von umgerechnet 20 CUC. Das Staatsunternehmen ist sich des Problems dabei durchaus bewusst: „Jeden Tag entwickelten sich die Preise ein wenig Näher an die Möglichkeiten des Volkes heran, das wird auch weiterhin der Trend und die Intention bleiben. Aber um das zu beschleunigen, brauchen wir Investitionen.“, sagte Hilda Arias Pérez, Leitering der Mobilfunksparte.

Um die Verbreitung ihrer Angebote zu stärken hat die Firma, wie bereits angeküngt, 9.300 private Franchisenehmer im Verkaufssektor „auf eigene Rechnung“ unter Vertrag genommen. Sie haben bis zum März 2.400 SIM-Karten verkauft. Mit der Errichtung von 1500 neuen Telefonzellen will ETECSA weiterhin das kubanische Telefonnetz stärken, diese sollen im Laufe dieses Jahres installiert werden. In Kuba stehen damit alle Zeichen auf einen Ausbau der Telekommunikations- und Internetinfrastruktur. Zwar sind die Preise für viele noch zu hoch, jedoch lässt sich über die letzten Jahre hinweg eine stetige Reduzierung der Entgelte beobachten, wofür auch die gestiegenen Nutzerzahlen sprechen. Mit der Inbetriebnahme des mobilen Datennetzes macht ETECSA ein großes Versprechen aus dem letzten Jahr wahr; wann jedoch die ebenfalls angekündigten privaten Internetanschlüsse „en casa“ kommen, bleibt noch offen.

Telekommunikation in Kuba wächst – Pläne für kommendes Jahr

Seit dem am 4. Juni im ganzen Land 118 neue Internetcafés eröffneten, haben in den ersten 15 Tagen bereits über 11.000 Kubaner von dieser Option gebrauch gemacht. Das waren durchschnittlich über 5.500 pro Woche. Mit dem neuen Geschäftsmodell Nauta, bietet der staatliche Telekomunikationsdienstleister ETECSA für den Preis von 4,50 CUC eine Stunde Internetzugang sowie die Einrichtung eines eMail-Accounts an. Die selbe Zeit im kubanischen Intranet kosten 0,60 CUC. Obwohl diese Preise sehr hoch sind, plant man durch die Einnahmen langfristig dringend notwendige Investitionen zu tätigen.

Hierzu gehört beispielsweise die Eröffnung von zehn weiteren Nauta-Zugangspunkten in den Provinzen Pinar del Río, Ciego de Ávila, Camagüey und Havanna bis zum Ende des laufenden Jahres. Derzeit haben rund 1,7 Millionen Kubaner Zugang zum Internet, das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung. In den letzten Jahren war jedoch ein stetes Wachstum zu verzeichnen, zwischen 2010 und 2011 lag es bei über 31 Prozent.
Jorge Legrá, Direktor des strategischen Programms von ETECSA erklärte neulich gegenüber Juventud Rebelde, dass künftig auf (für Kuba) neue Technologien wie WiFi gesetzt werde, und man die Modemnetze des Landes durch moderne ADSL-Verbindungen ersetzen wird. Ende 2013 wird es seinen Angaben zu Folge über drei Millionen Telefonleitungen in Kuba geben, davon werden über zwei Millionen auf Mobiltelefone entfallen (2012: 1,79 Millionen).

Wachstum und Kostensenkung bei der Telefonie

Dies ist ein gewaltiger Anstieg wenn man bedenkt, dass kurz nach der Legalisierung von Mobilfunkverträgen 2008 gerade einmal 223.000 Kubaner ein Handy angemeldet hatten, 2010 wurde erstmals die Zahl von einer Million Kunden erreicht. Während die Eröffnung eines Handyvertrags vor fünf Jahren noch 111 CUC kostete, belaufen sich die Kosten heute auf 30 CUC, betonte Legrá. Daneben wurden im Laufe der Jahre viele weitere diversifizierte Angebote wie z.B. R-Gespräche sowie starke Senkunden der Gesprächskosten eingeführt. Derzeit deckt das kubanische Handynetz mit seinen über 400 Sendemasten gut 75 Prozent der Landesfläche ab. In einigen ländlichen Gegenden mit niederiger Netzauslastung im Westen und Osten der Insel läuft derzeit ein Versuchsprogramm mit reduzierten Gebühren für Gesprächsminuten. Dieses soll 2014 auch auf andere Gegenden mit ähnlichen Bedingungen ausgedehnt werden, um die Nutzung der Mobiltelefonie zu stärken.

Auch in Zukunft soll der jährliche Zuwachs von 300.000 neuen Nutzern bei der Mobiltelefonie gehalten werden. Dennoch sei die derzeitige Telefonabdeckung mit etwa 25 Prozent der Bevölkerung noch unzureichend, räumte der Vertreter von ETECSA ein. Der Ausbau und die schnelle Modernisierung des kubanischen Telefon- und Internetnetzes sei mit hohen Kosten verbunden, betonte der Ingenieur. Die Grundlage für das schnelle Aufholen bildet nun das ALBA-1 Unterseekabel aus Venezuela, das 2012 in Betrieb ging und seitdem die Internetkapazität der Insel um mehrere tausend Prozent gesteigert hat. Auch bei der Telefonie macht sich dies positiv bemerkbar: Statt 19.000 können nun bis zu 32.000 gleichzeitige Telefongespräche von der Insel ausgehen, 97% aller Munizipios werden dabei vom Kabel profitieren können.

Private Internetanschlüsse ab 2014

Mit einer spektakulären Ankündigung sorgte Legrá zudem erst neulich für Aufsehen: Die für den „langfristigen“ Zeitraum angekündigten privaten Internetanschlüsse für kubanische Haushalt könnten nun doch schneller als gedacht kommen: Bis zum Ende des Jahres 2014 soll das Angebot in den dafür ausgerüsteten Gegenden verfügbar sein. Das mobile Datennetz für Handys wird voraussichtlich ebenfalls im kommenden Jahr starten.

Das Jahr 2014 verspricht wichtige Akzente für den Internetzugang der Kubaner zu setzen. Zwar werden die neuen Möglichkeiten erst einmal nur wenigen, zahlungskräftigen Kubanern zu Verfügung stehen – wenn man jedoch die Preissenkungen bei den Handyverträgen von über 80 Prozent in fünf Jahren mit in Rechnung stellt, könnte sich hier eine analoge Entwicklung anbahnen. Schließlich bedeuten mehr Kunden für ETECSA auch immer neue Investitionsmöglichkeiten und zudem schaffen die neuen Kunden die nötigen Amortisationen für Preissenkungen um noch mehr Kunden anzulocken.

Trotz der hohen Startpreise dürfte nun kein Zweifel mehr daran bestehen, dass die massenweise Ausdehnung des Internets in der kommenden Dekade für Kuba ein ernstes Projekt ist. Die oft unterstellten politischen Motive für eine Vorenthaltung des Internetzugangs scheinen nun ein mehr als fadenscheiniger Vorwurf zu sein. Für private Internetanschlüsse, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären, existiert jetzt zumindest ein ungefährer Termin in naher Zukunft. In wenigen Jahren könnte so eine kleine Revolution in der Telekommunikation der Insel beginnen, die einem gigantischen und schnellen Aufholakt auf diesem Gebiet gleichkäme.