Neue Mine soll Bergbau in Pinar del Río wiederbeleben

Die Vorkommen in der Region „Minas de Mathambre“ reichen für mehr als 10 Jahre (Quelle: Granma)

Mit einer neuen Mine will Kuba weitere Einnahmequellen für die angeschlagene Wirtschaft erschließen. Ab Oktober werden in der kleinen Gemeinde „Minas de Matahambre“ wieder Blei und Zink gefördert. Das Joint-Venture mit einer Schweizer Firma soll dem kriselnden Bergbausektor der Insel neues Leben einhauchen und hunderte neue Arbeitsplätze in der westkubanischen Provinz Pinar del Río schaffen.

„Mit dieser Investition beleben wir den kleinen und mittelgroßen Bergbausektor der Insel“, erklärte Justo Hernández Pérez, Ingenieur beim neuen Joint-Venture „Emincar“. Bis zum Ende des Jahres sollen die ersten 12.000 Tonnen Zink und die ersten 5.000 Tonnen Blei aus dem Erdreich gefördert sein. Insgesamt bietet die Mine eine Kapazität von 100.000 Tonnen Zink-Konzentrat sowie 50.000 Tonnen Blei-Konzentrat pro Jahr. Die Vorkommen würden bei diesem Fördertempo rund 10 Jahre reichen, für die Zeit danach sind bereits vielversprechende Bohrungen in der Umgebung geplant

Neue Anlage zur Weiterverarbeitung der Rohstoffe (Quelle: Granma)

Die Gegend um Castellanos ist dabei ein traditionelles Bergbaugebiet, bereits früher wurden hier unter anderem Goldvorkommen gefördert. Nach der Auflösung der Sowjetunion und der eintretenden Sonderperiode erlebte jedoch auch der kubanische Bergbausektor eine tiefe Krise, die Bergbauindustrie in der Provinz Pinar del Río hat sich bis heute davon nicht erholt, viele Arbeitsplätze gingen verloren.

Die neue Mine soll diesen Trend umkehren. Bereits seit mehreren Jahren sucht Kuba nach ausländischen Partnern, um die Rohstoffvorkommen der Insel zu erschließen. Aufgrund niedriger Weltmarktpreise dürften die beiden Nickelminen in Ostkuba derzeit kaum Gewinne abwerfen.

Das neue Joint-Venture umfasst eine Investitionssumme von 296 Mio. US-Dollar. Es sollen 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, indirekt profitieren über 1.000 Personen der kleinen Gemeinde von dem Bergbauprojekt. Der Lohn der Arbeiter soll mit umgerechnet 50 US-Dollar pro Monat über dem Durchschnitt liegen, zudem können bei guter Leistung bis zu 80 US-Dollar als Prämie ausbezahlt werden. „Dieses Projekt wird vielen Leuten wieder auf die Beine helfen“, sagte der Mechaniker Guillermo Fabelo gegenüber Reuters.

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Kuba stellt auf HD-Fernsehen um

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Digitalfernseh-Testlabor des kubanischen Elektronikunternehmens Lacatel (Quelle: Cubadebate)

Im Juni 2013 nahm das kubanische Fernsehen zum ersten Mal den digitalen Testbetrieb auf. Seit Mitte des Jahres laufen bereits die ersten Übertragungen in Full-HD auf der Insel. Kuba will in den kommenden Jahren sein analoges Fernsehprogramm schrittweise auf digitalen Funkempfang umstellen. Die Erwartungen in der Bevölkerung sind groß, denn die neue Technik verspricht viele neue Möglichkeiten und könnte sich rasch durchsetzen. Hilfe bekommt das Land dabei aus China.

Technik aus Fernost

Der Prozess begann, als kubanische Experten nach einer Fachkonferenz im Jahr 2009 die Umstellung auf Digitalfernsehen empfohlen und die verschiedenen Übertragungssysteme unter die Lupe nahmen. Als der Umstieg beschlossen wurde, setzte sich als Sieger der chinesische DTMB-Standard durch. In Zusammenarbeit mit der Insel gründete China 2011 eine Arbeitsgruppe mit dem kubanischen Elektronikunternehmen Lacetel, um die schrittweise Aufrüstung der Infrastruktur zu koordinieren. Seitdem werden die Ergebnisse in jährlichen Konferenzen evaluiert.

DTMB wurde 2006 veröffentlicht wurde und gilt als technisch ausgefeilter als die europäischen und amerikanischen TV-Normen, die bereits Ende der 1990er entwickelt wurden. So soll das Signal robuster übertragen werden und über eine größere Bandbreite von bis zu 32 Mbit/s verfügen. Die Nutzung des Standards wurde Kuba ohne Zahlung von Lizenzgebühren ermöglicht, die Insel ist damit das einzige Land außerhalb Asiens, das DTMB nutzt. Dabei soll Kuba nicht nur chinesische Technik importieren, sondern mittelfristig Reciver, Fernsehgeräte und Zubehör auch selbst herstellen können. Im Juni 2013 startete ein sechsmonatiger Probelauf der neuen Technik. Hierfür wurden 45.000 Receiver für 7 Peso Nacional (ca. 0,3 US$) in dutzenden Nachbarschaften der Hauptstadt verteilt.

Zeitgleich wurde der Prototyp des ersten kubanischen HD-Fernsehers vorgestellt, der in Zusammenarbeit mit China entwickelt wurde. Er soll in den kommenden Monaten für 300 CUC erhältlich sein. Hergestellt wird er in einer neu eröffneten Elektronikfabrik, die ebenfalls für die Herstellung der Receiverboxen zuständig ist. Zwischen 50.000 und 100.000 solcher Empfangsgeräte sollen bis zum Ende des Jahres in Kuba gefertigt werden. Nachdem in der Provinz Camagüey die restlichen Geräte aus der chinesischen Schenkung zum Probebetrieb verteilt wurden, begann diesen Sommer der freie Verkauf im Einzelhandel.

Neue Sender und interaktive Inhalte

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Kubaner beim Kauf eines Receivers (Quelle: Juventud Rebelde)

Zusätzlich zu den fünf staatlichen Sendern können mit dem Digitalreceiver drei neue Programme empfangen werden, die nur über DTMB gesendet werden: Cubavision Internacional, ein Musiksender und ein Programm für Kinder. Außerdem ermöglicht der chinesische Standard die Übertragung interaktiver Inhalte. So wird die kubanische Nachrichtenagentur ACN ebenso wie die Onlineenzyklopädie EcuRed über den Fernseher abrufbar sein, auch eine Wetter-App befindet sich in der Mache. Die Fünf wichtigsten Radiosender des Landes sind ebenfalls mit dem Digitalfernsehen empfangbar. Derzeit sind zwei Receivermodelle erhältlich: „Soyea“ für 38 CUC und die 47-CUC teure Variante „Konka“, welche das Aufzeichnen von Sendungen sowie zeitversetztes Fernsehen ermöglicht.

Mittlerweile wurden vom kubanischen Kommunikationsministerium genaue Spezifikationen zur Zulassung eines Receivers für den heimischen Markt veröffentlicht. Neben der „Tropentauglichkeit“ gehört dazu auch das Abspielen diverser Audio- und Videoformate wie DivX und MPEG, ein USB-Anschluss sowie die Unterstützung der elektronischen Programmzeitschrift (EPG). Derzeit befinden sich verschiedene Geräte in der Prüfung, diese dürften den kubanischen Markt in den kommenden Jahren erreichen. Im nächsten Jahr sollen zunächst 200.000 Receiver produziert werden und passende Antennen das Sortiment ergänzen.

Schrittweise Digitalisierung

Die Umstellung erfolgt in mehreren Etappen. Während im Jahr 2013 das Digitalprogramm lediglich in einigen Stadtteilen Havannas und Camagüeys zu empfangen war, findet seit Januar 2014 die wohl größte Erneuerung des kubanischen Fernsehwesens seit der Sonderperiode statt. Mit der Aufstellung von 24 digitalen Sendestationen konnten bereits alle Provinzhauptstädte und damit 5 Millionen Einwohner mit Digitalempfang abgedeckt werden. Durch kontinuierlichen Ausbau sollen bis Ende 2015 bereits 52 Sendemasten funktionieren, die eine flächendeckende Versorgung sicherstellen.

Ab 2016 beginnt die sogenannte Phase der Adaption, in der die schrittweise Abschaltung des analogen Sendebetriebs bis zum Jahr 2021 erfolgt. Die Abschaltung der Analogmasten erfolgt dabei von Provinz zu Provinz und zieht sich im wesentlichen von West nach Ost, den Anfang macht die Stadt Havanna, gefolgt von den Provinzen Artemisa, Mayabeque und Pínar del Río.

Derzeit überträgt das kubanische Digitalfernsehen wie bei uns im SD-Format, das in Kuba eine Auflösung von 720×480 Pixeln hat. In Havanna senden jedoch zwei Masten probeweise in Full-HD Auflösung. Im Unterschied zum bei uns eingesetzten DVB-T-Standard können mit DTMB immerhin einige der Sender in HD-Qualität ausgestrahlt werden. In Kuba liegt der Flaschenhals heute nicht beim Sendevermögen, sondern vielmehr bei der veralteten Produktionstechnik der Sender. In den nächsten Jahren sollen deshalb neue digitale Fernsehkameras und Produktionsanlagen angeschafft werden, um in HD produzieren zu können. Den Anfang machte eine neue mobile Sendestation, die bereits diesen Sommer ein Konzert in Full-HD übertrug. Auch die Fußball-WM war bereits in einigen kubanischen Haushalten sowie in staatlichen Kinos in hoher Qualität zu sehen.

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Der Prototyp des 32-Zoll Fernsehers der in Zusammenarbeit mit China entwickelt wurde (Quelle: Cubadebate)

Die neue Übertragungstechnik scheint sich dabei in Kuba großer Beliebtheit zu erfreuen, schließlich ist der Fernseher mangels Internet eines der wichtigsten Medien für Information und Unterhaltung. Seit der freie Verkauf der Receiver am 21. August landesweit begann, wanderten in den ersten Tagen mehr als 13.000 Geräte über die Ladentische der Hauptstadt. Das Sortiment der größten Kaufhäuser Havannas war binnen weniger Wochen ausverkauft. Und auch in Guantánamo haben bereits über 2.800 Familien Digitalfernsehen zu Hause, die Nachrichtenagentur ACN spricht gar von einem „Boom comercial„.

Große Akzeptanz trotz hoher Preise

Trotz kleinerer Anfangsschwierigkeiten wird der Digitalempfang von der Bevölkerung gut angenommen. Das bessere Signal kommt gerade den entlegeneren Gebieten zu Gute, die Zeiten von Bildrauschen und Artefakten sind für diese vorbei. Die Erweiterung des Programmangebots um drei zusätzliche Sender und interaktive Software sowie eine elektronische Programmzeitschrift dürfte dabei ebenfalls ein Anreiz zur Umstellung für viele Kubaner sein. Zudem soll die neue Technik Strom und Kosten sparen helfen, da weniger Sendemasten benötigt werden.

Dennoch liegt der Preis eines Receivers weit über dem durchschnittlichen Monatsgehalt eines Kubaners, das neue Fernsehen dürfte daher für viele weiterhin unerschwinglich bleiben. Von offizieller Seite heißt es, man sei sich der Problematik bewusst und will im nächsten Jahr noch günstigere Basic-Receiver auf den Markt bringen. Ob es weitere Subventionsprogramme geben wird, bevor im Jahr 2021 in Santiago und Guantánamo die Ära des kubanischen Analogfernsehens beendet wird, ist dennoch offen. Bei den aktuellen Zuwachsraten dürfte sich bis dahin jedoch längst ein Markt für Gebrauchtgeräte etabliert haben.

Nach Angaben des letzten Zensus von 2012 verfügen 97 Prozent der kubanischen Haushalte über einen Fernseher. Die Umstellung auf den Digitalbetrieb ist Teil eines weltweiten Prozesses, der die veraltete kubanische TV-Technik zwangsläufig auf den aktuellen Stand der Technik bringen wird. Kuba bleibt ein Land der Kontraste. Auch wenn heute noch jeder fünfte Fernsehbesitzer ein Schwarz-Weiß Gerät sein eigen nennt, wird in absehbarer Zeit jeder noch so entlegene Winkel der Sierra Maestra mit kostenlosem HD-Programm versorgt sein. Rundfunkgebühren wird es nämlich trotz aller Modernisierung in Kuba auch weiterhin nicht geben.

Kuba baut neue Solarparks

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Der Cantarrana Solarpark nahe Cienfuegos (Quelle: Cubastandard)

Havanna. Die Anzahl der großen Solarparks auf Kuba wird noch in diesem Jahr um sieben neue Parks auf dann insgesamt 14 ausgebaut. Wie die Tageszeitung Granma berichtet, sollen die neuen Anlagen 8,15 Megawatt erzeugen.

Etwa 60 Prozent des Auftragsvolumens für die im Jahr 2013 in Kuba installierten Solaranlagen wurden von kubanischen Unternehmen vorgenommen, sagte Aleisly Valdés Viera, Direktorin für den Bereich erneuerbarer Energieträger des nationalen Programms der Unión Eléctrica (UNE). Diese im vergangenen Jahr gebauten Solarparks verwenden offenbar chinesische Solarmodule, die in dem staatlichen Unternehmen in der Provinz Pinar del Río zusammengesetzt werden. Die Anlagen entstanden in Havanna, Santa Clara, Guáimaro, Santiago de Cuba, Guantánamo, auf Insel der Jugend und in Cienfuegos, hauptsächlich in ländlichen Gebieten in der Nähe von Ballungszentren.

Der größte dieser Solarparks wurde in der Nähe von Cienfuegos erbaut und besteht aus 14.100 Sonnenkollektoren. Diese erzeugen 2,6 Megawatt auf einer Fläche von 4,72 Hektar. Eine weitere große Anlage mit insgesamt 4.300 Solarzellen entsteht beim Expocuba- Messegelände in der Nähe von Havanna und wird voraussichtlich im November fertig gestellt. Diese wird dann 80 Prozent des Strombedarfs der Messe erzeugen. Die chinesische Regierung hat für diesen Expocuba-Solarpark 1,5 Millionen US-Dollar bereitgestellt.
Über die großen Anlagen hinaus, die ihre Energie in das Stromnetz einspeisen, wurden nach Angaben von Cubasolar, der Behörde zur Förderung der Solarenergie, kleinere Solaranlagen in 410 Schulen, 165 öffentlichen TV-Räumen, 20 Vereinsheimen und 500 Wohnhäusern im ländlichen Bereich installiert, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind.
Seit den 1980er Jahren versucht Kuba, regenerative Energien zu nutzen und auszubauen. Mit der 1996 gestarteten „Energie-Revolution“ wurden die entsprechenden Anstrengungen deutlich verstärkt. Der sozialistische Karibikstaat plant, den Anteil der erneuerbaren Energien von heute vier auf zehn Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Die meiste dieser Energie wird aus Zuckerrohr-Bagasse gewonnen.

von Edgar Göll / Amerika21

Nachrichtenüberblick: Solarparks, Busse und ungewisser Ausblick nach Norden

In den letzten Wochen blieb auch in Kuba die Zeit nicht stehen – die nächsten Schritte in der Aktualisierung ihres Wirtschaftsmodells hat die Regierung allerdings schon diskutiert und beschlossen, nun ging es vor allem um die Details ihrer Umsetzung. Deshalb im folgenden ein kurzer Nachrichtenüberblick:

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Kubanische Eigenproduktion (links) im Vergleich zum weißrussischen Originalmodell, das seit über 20 Jahren produziert wird.

  • 6. November: Kuba stellt eigenen Bus vor. Um das Transportproblem der Insel langsam zu lösen, hat Kuba in Zusammenarbeit mit Weißrussland den sieben Meter langen Bus „Diana“ entwickelt. Der Name ist eine Anspielung auf die griechische Mythologie. Das Vehikel basiert auf dem bewährten Modell PAZ-32053 des Herstellers GAZ und kommt vor allem im urbanen und inter-urbanen Gebiet zum Einsatz, aufgrund seiner Größe kann der Bus auch im Gebirge eingesetzt werden. Die ersten 250 Fahrzeuge sind bereits in einigen Provinzen des Landes, darunter auch Camagüey und Holguín unterwegs. In der Hauptstadt und in den östlichen Provinzen ist das Transportproblem des Landes am schwerwiegendsten.
    Im Laufe dieses Jahres werden 330 Chassis importiert, wobei über 60 Prozent der Teile selbst hergestellt werden können, was die Produktionskosten um etwa 25 Prozent gegenüber einem importierten Bus verringert. Auch Ersatzteile können im Land selbst hergestellt werden. Im Vergleich zum Originalfahrzeug wurde das Design zudem merklich aufgehübscht. Kuba modernisiert damit seine „Girón“-Flotte, die den selben Einsatzzweck der neuen Diana-Busse hat. Von diesen Modellen wurden in den 1970er und 80er Jahren etwa 15.000 Stück produziert, sie basierten ebenfalls auf einer Kooperation mit GAZ, damals kam das Chassi des PAZ-672 zum Einsatz. Die Vorstellung des neuen Modells erfolgte im Rahmen der internationalen Handelsmesse in Havanna.
  • 08. November: Obama kündigt Änderung seiner Kubapolitik an. In einer Rede bei Miami sagte der US-Präsident: „Keep in mind that when Castro came to power I was just born, so the notion that the same policies that we put in place in 1961 would somehow still be as effective as they are today in the age of the Internet, Google and world travel doesn’t make sense“. Unter der Hand werden die aktuellen Entwicklungen in Kuba schon seit längerem von US-Diplomaten begrüßt, ein offizielles Statement blieb bisher allerdings aus. Es bleibt dennoch fraglich, in welchem Rahmen und Umfang die USA ihre seit 1961 bestehende Embargopolitik gegenüber Kuba zurückfahren werden.
  • 20. bis 24. November: Kuba führt das Militärmanöver „Bastión 2013“ durch, bei dem die Verteidigungsfähigkeit des Landes geübt werden soll. Neben taktischen Übungen der Teilstreitkräfte zielt das Manöver vor allem darauf ab den „Krieg des gesammten Volkes“ zu trainieren, um sicherzustellen, dass im Angriffsfall auch ein großteil der Zivilbevölkerung in der Lage ist das Land zu verteidigen. Das Manöver fand zum ersten Mal 1980 statt und wurde seitdem unregelmäßig ausgetragen, die letzten Male waren 2004 und 2009. Die ursprünglich für 2012 angesetzte Übung wurde wegen der Hurrikanschäden im Osten der Insel verschoben. Im Anschluss fanden am 23. und 24. November die nationalen Verteidigungstage statt, bei denen Sanitär- und Rettungsmissionen im Rahmen von Naturktatastrophen geübt wurden.

Insgesamt 14.100 Panele: Einer der beiden leistungsfähigsten Solarparks des Landes ging dieses Jahr in der Provinz Cienfuegos ebenfalls ans Netz. Die Anlage liefert eine Kapazität von 2,6 Megawatt.

  • 21. November: Kuba eröffnet neuen Solarpark in Pinar del Río. Nach der Eröffnung von Kubas ersten drei Solarparks in Havanna (1,5 MW), Cienfuegos (2,6 MW) und Santa Clara (1 MW) hat sich die solare Energieproduktion auf der Insel mehr als verdoppelt. Die neue Anlage im Westen Kubas wird zu Beginn über eine Kapazität von 2,6 MW verfügen, diese soll schrittweise auf 15 MW erweitert werden. Der Betrieb von großen Solarparks ist ein Novum für Kuba, bisher wurden Solarzellen vor allem zur dezentralen Energieversorgung in ländlichen Regionen eingesetzt. Derzeit befinden sich zwei weitere Parks in Las Tunas (50 MW) und Guantánamo (2,6 MW) in Bau. Damit bekennt sich die Insel zum Ausbau erneuerbarer Energien, ihr Anteil soll bis 2030 mindestens zehn Prozent ausmachen. Die Reduzierung des CO2 Ausstoßes, nachhaltiges Wirtschaften und die Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung spielen für Kuba eine bedeutende Rolle, zwischen 1951 und 2010 hat sich die Durchschnittstemperatur auf der Insel um 0,9 Grad erhöht, auch der steigende Meeresspiegel macht den Küstenorten bereits zu schaffen.
  • 22. November: Neues Experiment in kubanischen Staatsunternehmen läuft an. 14 ausgewählte kubanische Staatsunternehmen dürfen ab sofort bestimmte Produkte auf Marktbasis an den Großhandel verkaufen. Dies ist der erste Schritt in der Umsetzung der für 2014 vorgesehenen Unternehmensreform. Nach Erfüllung ihrer Verträge mit dem Staat dürfen die Unternehmen ausgewählte Produkte wie Metall, Aluminiumteile, Salz und Zement sowohl in CUP als auch in CUC an juristische Einheiten weiterverkaufen. Damit sind vor allem die neuen Kooperativen außerhalb des Agrarsektors gemeint, die dadurch eine zusätzliche Möglichkeit zum Erwerb ihrer Inputgüter erhalten. Die staatlichen Unternehmen wiederum sollen damit ihre Bilanz verbessern, um sich zu rekapitalisieren und höhere Löhne auszahlen zu können.
  • 26. November: Neue Regeln für Kubas Touristenhäfen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität zu steigern, hat die kubanische Regierung die Gesetze für ausländische Yachtbesitzer vereinfacht, diese dürfen ihre Boote nun für bis zu fünf Jahre in kubanischen Häfen belassen. Zudem soll der Onlineservice der Häfen verbessert werden. In den kommenden Monaten wird Kubas größter Yachthafen, die „Marina Gaviota“ in Varadero mit 400 Liegeplätzen eröffnen. In den folgenden Jahren soll der Hafen auf knapp 1.300 Plätze erweitert werden, womit Kuba dann über den größten Yachthafen der Karibik verfügen wird.
  • 26. November: ETECSA nimmt Selbstständige unter Vertrag. Mit Beginn des Jahres 2014 wird der Beruf des privaten Telekommunikationshändlers unter Lizenzierung des staatlichen Monopolisten ETECSA ermöglicht werden. Die dafür lizenzierten Cuentapropistas dürfen nicht nur Sim-Karten verkaufen, sondern auch ihre eigenen Telefone zur Fremdnutzung gegen Gebühr anbieten, was unter der Hand schon lange geschieht.
  • 26. November: Kuba schränkt Konsularservice in den USA ein. Aufgrund der Embargobestimmungen war es für die Interessensvertretung Kubas in Washington (da beide Länder offiziell keine diplomatischen Beziehungen unterhalten existiert keine Botschaft) zuletzt immer schwieriger Banken zu finden, die ihnen die notwendigen Bankdienstleistungen zu Verfügung stellen. Deshalb wird sich das Angebot künftig auf elementare Dienstleistungen im humanitären Fällen beschränken. Ein Statement aus Washington steht noch aus.

So sieht der erste, speziell für den kubanischen Markt entwickelte Fernseher aus.

  • 27. November: Im Rahmen der schrittweisen Einführung des digitalen Fernsehens bis zum Jahr 2021 wird Kuba einen eigenen LCD-Fernseher in Zusammenarbeit mit China herstellen. Der erste Prototyp wurde am Mittwoch durch den Hersteller Empresa Industria Electrónica (EIE) vorgestellt. Er verfügt über ein LCD-Panel mit LED Hintergrundbeleuchtung und ist damit auf dem neuesten Stand der Technik. Er soll nicht nur die Lebensqualität der Haushalte verbessern helfen, sondern zugleich auch den Stromverbrauch des Landes senken. Mit einer Leistungsaufnahme von 40 Watt bei voller Helligkeit würde er hierzulande vermutlich eine herausragende Wertung im Bereich Energieeffizienz erhalten. Der Name des Herstellers „Haier“ auf der Vorderseite, verweist auf die chinesische Unternehmensgruppe, die bereits seit längerem mit Kuba kooperiert, unter anderem wurden schon Kühlschränke und LED-Straßenbeleuchtung für Kuba entwickelt.

Volle Auslastung bei der Produktion von Solarpaneelen

Steckenpferd der kubanischen Solarindustrie: Die „UEB Energía Fotovoltaica ‚Che Guevara'“ in Pinar del Río. Foto: Granma.

Die „UEB Energía Fotovoltaica“ in Pinar del Río, Kubas bedeutendste Herstellungsanlage von Solarzellen die den stolzen Beinamen „Che Guevara“ trägt, wird in diesem Jahr die höchste Produktionsleistung seit ihrer Wiedereröffnung von 12 Jahren erzielen. Früher diente sie als Elektronikhersteller für die RGW-Staaten, wurde während der Sonderperiode jedoch für die Herstellung von Fruchtkonserven genutzt. Mit venezolanischer Hilfe wurde sie im Jahr 2011 wiedereröffnet, damals noch mit einer Kapazität von 2 Megawatt pro Jahr, die sich jedoch mit Hilfe von Investitionen auf die heutigen 10 Megawatt erweitert hat. Seit etwa sieben Monaten ist die Fabrik bei voller Auslastung, die Zahl ihrer Mitarbeiter stieg deshalb von ehemals 59 im Oktober auf heute 139. Von Januar bis November 2012 produzierte das Unternehmen 16.220 Solarmodule, 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mit der Entscheidung des Landes erneuerbare Energien zu fördern, wobei insbesondere Solarzellen für entlegene Gebiete in Frage kommen, steigt auch die Nachfrage des Betriebes. „Im November haben wir das Rohmaterial erhalten um Solarzellen mit einem Äquivalent von einem Megawatt herzustellen, ebenso einen Teil für die geplanten 10-Megawatt in diesem Jahr“, erklärte der Leiter des Betriebs, Yoandri León, gegenüber der Granma. Ebenso hob er die 24-durchgehende und weitgehend unterbrechungsfreie Produktion hervor, die León auf die Vorausschauende Ersatzteilversorgung sowie gute fachliche Ausbildung der Werktätigen zurückführt.

Bis vor kurzem konzentrierte sich das Unternehmen noch auf die Fertigung von Modulen mit 185 Watt, ab Juli wird ein neues Modell mit 285 Watt vorgestellt werden. Allerdings sei die Firma dazu in der Lage für die Industrie auch kundenspezifische Modelle ab 2 Watt anzufertigen. „Derzeit arbeiten wir beispielsweise parallel an einem Projekt das in Wasserpumpen von Bewässerungssystem in isolierten Gegenden zum Einsatz kommen soll.“, sagte León. Auch die Zeit für die Abschreibungen von Solarmodulen hat sich in den letzten Jahren aufgrund gefallener Rohstoffpreise verbessert, die kubanischen Solarmodule sind auf eine Lebenszeit von 20 Jahren ausgelegt, wobei sie währenddessen etwa 20% ihrer Leistungsfähigkeit verlieren.

Der Anteil erneuerbarer Energien liegt in Kuba noch bei mageren 3,8 Prozent, der Großteil des Stroms der Insel wird bis heute durch Verbrennung fossiler Kraftstoffe gewonnen.  Dies soll sich jedoch rasch ändern: Bis 2020 plant Kuba 16,5 Prozent seines Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, zum Einsatz kommen hierfür vor allem Biogas (das aus Zuckermelasse gewonnen wird), Solar- und auch Wasserkraft. Während in diesem Jahr die Produktion von Biomasse um 10% erhöht werden soll, wird 2014 ein Windpark mit einer Kapazität von 50 Megawatt eröffnet werden, bis 2020 sollen insgesamt acht neue Windparks mit einer Gesamtkapazität von 280 Megawatt im Land stehen. Dieses Jahr soll bereits eine größere Solaranlage mit 10 Megawatt Spitzenleistung entstehen, das Gesamtpotential der Sonnenenergie in Kuba beträgt 2.000 Megawatt. Der inländischen Solarindustrie kann diese Perspektive nur zu Gute kommen, die im übrigen auch Devisen für das Land erwirtschaftet: Im Jahr 2008 gingen 90% der Jahresproduktion dieser Fabrik in den Export, vor allem in ALBA-Länder.